Konzert
Fetziger Bläser-Sound und kluge Texte von Moop Mama in der KultBox in Kempten

Bekannt geworden sind die zehn jungen Musiker von 'Moop Mama' bundesweit vor allem durch ihre spontanen 'Guerilla-Gigs' in München. In Parks und in der Fußgängerzone sorgte die mobile Band seit 2009 mit diversen Blasinstrumenten und einem Megaphon mitunter für so viel Furore, dass sie schon mehrfach die Ordnungshüter auf den Plan riefen.

Instrumente raus und ab geht die Post hieß es dann auch in der Kemptener Kultbox vor rund 500 Besuchern, auch wenn die 'Moop Mamas' ihr Konzert hier ganz hochoffiziell angemeldet hatten.

Studierte Musiker

Auf der Bühne stehen fast durchweg studierte Musiker: Zwei Posaunisten, zwei Saxofonisten, zwei Trompeter, ein Sousaphonist in rot gekleidet, dazu zwei Schlagzeuger ganz in Gelb, einer mit Basstrommel und der andere mit umgehängter Snare Drum.

Der charismatische Frontmann Keno Langbein im schwarzen Outfit (zu Beginn trug er ein rotes Hemd) benutzt ein Mikrofon, um stimmlich gegen diese Brasswand anzukommen. Fertig ist die 'Hardrockband unter den Blaskapellen', wie Keno rappenderweise die unkonventionelle Formation vorstellt.

Die Mischung aus unverstärktem Vollgas-Brass und Rap geht unmittelbar und direkt in die Beine. Kaum sind die ersten Töne gespielt, hüpft das Gros des Publikums begeistert vor der Bühne.

Doch es lohnt sich auch, den kritischen, ironischen, zum Teil auch philosophischen Texten der Band zuzuhören, die im übrigen trotz des hohen Tempos bestens zu verstehen waren. Im Lied 'Shopping' verspottet Keno zum Beispiel wortgewaltig den Konsumwahnsinn unserer Zeit: 'Ich hab genug davon von allem zu viel zu haben', ruft er den Zuschauern zu.

Oder er widmet der perfekten Frau lässig dahingerappte Zeilen, die sich dann so tiefgründig wie realistisch auflösen: 'Du bist perfekt, nur schade, dass es dich nicht gibt.' Das macht riesig Spaß zuhören, zumal die Bühnenshow der Musiker immer wieder für Überraschungen gut ist.

Da zuckt die ganze Combo in Robotermanier über die Bühne, den Song 'Paranoia' präsentieren die Musiker im Dunklen mit Stirnlampen ausgerüstet. Genial auch die Szene, in der 'Moop Mama' aus dem vollen Brass-Sound heraus als eingefrorenes Standbild posiert. Riesenapplaus in Kempten für zwei Stunden tolle Musik mit Tiefgang.

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