Festspiele Wangen
Festspiele Wangen: Es wird geliebt, gelitten und intrigiert

Es wird wieder geliebt, gelitten, und intrigiert im Wangener Zunftwinkel – und nebenbei jede Menge gelacht. Die zweiten Festspiele Wangen haben Anfang der Woche den lauschigen Platz an der historischen Stadtmauer in Beschlag genommen und mit den Proben begonnen.

Was vor einem Jahr mit viel Enthusiasmus und Mut von der Schauspielerin und Intendantin Sabine Lorenz ins Leben gerufen wurde, entwickelt sich mit der zweiten Auflage in diesem Sommer schon fast in Richtung Institution. Und die Festspiele sind sogar gewachsen: Ein Stück mehr steht auf dem Programm, ein Darsteller mehr gehört zur Truppe.

Viele Wangener hätten vor einem Jahr dem ehrgeizigen Projekt einen solchen Erfolg nicht zugetraut: Trotz ziemlich miesen Wetters erreichten die Festspiele bei ihren 35 Aufführungen im Sommer 2011 eine durchschnittliche Auslastung von knapp 80 Prozent. Beim Kinderstück 'Pippi Langstrumpf' mussten sogar Gäste fortgeschickt werden.

Für das zweite Jahr hat dies zur Folge, dass es mehr Kinder-Theaternachmittage geben wird – diesmal mit dem Musical 'Pinocchio' – und dass Intendantin Lorenz in ihren Etat auch Eintrittsgelder einberechnen kann. '40 Prozent Auslastung haben wir einkalkuliert', erläutert Sabine Lorenz bei einem Pressegespräch.

Ein lang gehegter Wunsch

Als Regisseur hat Lorenz erneut Anatol Preissler nach Wangen geholt. Er wird sich mit der Inszenierung von Peter Turrinis 'Der tollste Tag' einen lang gehegten Wunsch erfüllen. Das Stück sei genau nach seinem Geschmack, erklärt Preissler. 'Es hat Tiefgang und gleichzeitig viel Wortwitz und Komik im Text' – und in dieser Hinsicht ähnlich dem im Vorjahr aufgeführten 'Amphitryon' von Heinrich von Kleist.

Gemeinsam mit Sabine Lorenz erarbeitet Preissler schon seit einigen Wochen das Studiostück dieses Festspielsommers: 'Das Jahr magischen Denkens' von Joan Didion. In diesem autobiografischen Monolog hat die Autorin Schicksalsschläge verarbeitet und versucht, mit ihrer Trauer umzugehen. 'Das geht ans Eingemachte', sagt Preissler. 'Einer der berührendsten Texte, die ich gelesen habe.'

Einen kleinen Einblick in die künstlerische Umsetzung ihrer Pläne geben die Festspielmacher schon jetzt. Demnach besteht die Bühne vor der Stadtmauer erneut aus einer Wand, die diesmal mit einer Reihe von Türen und Klappen versehen ist. Die Kostüme für 'Der tollste Tag' werden ganz im Rokoko-Stil geschneidert, während die Kleidung bei 'Pinocchio' an Oliver-Twist-Szenerien erinnern.

Spenden und Sponsoring

Das Budget, über das die künstlerische Leiterin der Festspiele Wangen verfügen kann, ist mit rund 160 000 Euro heuer besser ausgestattet. Dadurch können laut Regisseur Anatol Preissler einige, die vergangenes Jahr 'für den symbolischen Euro' enorm viel mitgearbeitet haben, heuer bezahlt werden. Der Großteil des Etats kommt durch Sponsoring und Spenden zusammen.

Die Stadt Wangen gibt einen Zuschuss in Höhe von 10 000 Euro. Sie stellt zudem Spielorte (Zunftwinkel und Hägeschmiede) unentgeltlich sowie Bauhofleistungen in Höhe von ebenfalls 10 000 Euro zur Verfügung.

Die Festspiele Wangen sind auch vom Kulturamt der Stadt Lindau erneut verpflichtet werden. Sie geben das Haupt- und das Kinderstück jeweils zweimal am Unteren Schranneplatz, bei Regen im Zeughaus.

Auf die Frage, welches Ziel er sich für den zweiten Festspielsommer gesetzt habe, sagt Anatol Preissler: 'Wir starten mit einem ähnlichen Optimismus wie im vergangen Jahr – wir wollen die Besucher glücklich machen.'

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