Special Allgäuer Festwoche SPECIAL

Kempten
Festbier süffig, Festrede pfiffig

'Doch, süffig' lautete einhellig das Urteil zum Festbier, das am Dienstag im 'Stift' verköstigt wurde. 'Doch, pfiffig', wurde gelobt, was Walter Eß alias Engel Albert so zu 60 Jahren Festwochengeschichte hervorgekramt hat. Es war ein vergnüglicher Abend, zu dem Brauhaus-Vorstand Heinz Christ Repräsentanten aus Kommunalpolitik, Wirtschaft und Verwaltung eingeladen hatte.

Über viele Jahre hatte Eß als 'Brauerbursch' bei der Festbierprobe den Großkopferten die Leviten gelesen. Dieses Mal verkörperte er den ehemaligen Bürgermeister und langjährigen Festwochenleiter Albert Wehr. Auch als Engel Albert konnte er den einen oder anderen Seitenhieb auf seine Nachfolger nicht unterdrücken.

An die Namensfindung für die fünfte Kemptener Jahreszeit erinnerte er beispielsweise und wie man den damaligen Oberbürgermeister Dr. Georg Volkhardt umgestimmt habe: 'Seinerzeit hat man dem OB noch widersprechen dürfen.'

Verlässliche Zeiten waren das früher: elf Mal eröffnete Ministerpräsident Goppel die Festwoche. Heutzutage könne man nicht mehr sicher sein, wer letztlich im August im Amt ist. Auch an die Oberbürgermeister der Vergangenheit erinnerte Engel Albert. Etwa an Dr. Josef Höß: 'Der war ein echter Festwochen-OB. Der ist so lang geblieben, bis das Zelt zugemacht hat.'

Wenig Hoffnung auf leichtere Verhandlungen machte Albert nach dem Wechsel in der Festwochen-Organisationsleitung. Martina Dufner-Wucher gibt künftig den Ton auf dem Gelände an: 'Doppelnamenträgerinnen waren schon zu meiner Zeit ziemlich harte Brocken.'

Von Damen, die am WC drängeln

Einige Festwochen-Dauerbrenner durften natürlich nicht fehlen: Die Situation vor den Toiletten, wo mittlerweile die Damen ungeniert bei den Herren drängelten, ist dem Grandsegnieur der Festwoche natürlich ein Graus. Genauso wie die Festwochengänger, die ihre Maß oder gar eine Brotzeit mit aufs Pissoir nähmen, 'Sehr zum Wohle', sagte er da nur noch.

Ein anderes Lieblingsthema der Festwochengänger ist die Kunstausstellung. 'Kultur ist schon wichtig', befand der Festredner. Die Kunstausstellung habe ihm früher auch ganz gut gefallen – 'also damals halt, als man noch nicht erklären musste, was der Künstler aussagen will und was er darstellt.'

Glücklicherweise glimpflich ging ein Zwischenfall aus: Um 20 Uhr fiel plötzlich ein Scheinwerferständer um. Der Beleuchtungskörper traf Hans Peter Wegscheider am Kopf und an der Schulter. Mit einem Eisbeutel wurde der Stadtrat verarztet, der den ersten Schreck schnell überwand.

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