Buchloe
«Fest der Berufung»

«Was hat uns in den vergangenen 50 Jahren beschäftigt? Zu was sind wir berufen?» Diese Fragen richtete Stadtpfarrer Reinhold Lappat gestern beim Festgottesdienst nicht nur an Pfarrer Jakob Rohrmayr und Pfarrer Siegfried Fackler, die beide das Goldene Priesterjubiläum feierten, sondern an alle Gläubigen. Lappat zitierte aus dem Evangelium: «Euch aber muss es zuerst um das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit gehen.»

«Reißt nicht vom Hocker»

«Zuerst» bedeute Priorität, Spitze, so fängts an. «Wir müssen wissen, was man zuerst und zuletzt tut. Wer als Priester seinen Weg geht, muss wissen, um was es in seinem Dienst geht, welche Prioritäten gelten», sagte der Stadtpfarrer. «Für viele Menschen steht das Reich Gottes, wenn überhaupt, irgendwo. Es reißt weder vom Hocker, noch regt es auf», so Lappat. Man habe sich daran gewöhnt, dass der Glaube zerfällt wie «eine Sandsteinfigur im Wind». Die Kirche brauche Frauen und Männer, die die Leidenschaft zu Gott gemeinsam haben. Ihm fehle in vielen derzeitigen Diskussionen die Frage nach dem Reich Gottes. Oft werde nur gefragt: «Wie überstehen wir das alles?» Viel wichtiger sei aber, was die Gemeinden vor Ort brauchen und welche Berufung in jedem Getauften stecke.

Es mache keinen Sinn, den Himmel selbst tragen zu wollen. «Wer darauf vertraut, dass der Himmel ihn trägt, hat Hände und Füße frei.»

Lappat dankte sowohl Pfarrer Rohrmayr als auch Pfarrer Fackler, die beide immer noch sehr aktiv sind und in der Pfarreiengemeinschaft aushelfen, und überreichte ein kleines Geschenk.

Jubilar Fackler, der auch im Namen von Pfarrer Rohrmayr sprach, freute sich über den festlichen Gottesdienst. Er erinnere sich gerne an seine Primiz oder auch die erste Kaplanstelle zurück. «Keiner von uns ist der ideale Pfarrer. Aber wir haben getan, was wir konnten», betonte Fackler.

«Mensch der leisen Töne»

Im Namen des Buchloer Kirchenchores bedankte sich Helmut Jambor beim «Musiker Siegfried Fackler» und überreichte einen Gutschein. Er bezeichnete den Jubilar als «Mensch der leisen Töne, der aber auch Dinge, die in der Kirche passiert sind, kritisch hinterfragt». Die musikalische Begabung sei von Generation zu Generation in der Familie Fackler weitergereicht worden. «Pfarrer Fackler hat sein Talent nicht für sich behalten, sondern er hat uns immer unterstützt. Sein Wissen und seine Begabung haben uns allen gut getan», sagte Jambor.

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