Füssen / Ostallgäu
Ferienjobs stecken in der Krise

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Für die meisten Schüler Zeit, sich vom Schulalltag zu entspannen. Doch immer mehr Jugendliche nutzen diese Zeit nicht mehr nur zum Relaxen - sie wollen mit Ferienjobs ihre Ersparnisse aufbessern. Heuer dürfte ihnen die Suche nach einem lukrativen Arbeitsplatz allerdings schwerfallen, da das ohnehin immer schon eher dürftige Stellenangebot im südlichen Ostallgäu diesen Sommer durch die allgemeine Wirtschaftskrise nochmals verringert wird. «Ich suche seit Wochen einen Job, habe aber immer noch nichts gefunden», klagt ein 17-Jähriger. In Zeiten wirtschaftlicher Rezession können sich viele Betriebe keine Ferienjobber leisten.

Zahl der Plätze halbiert

Wie beim Maschinenbaubetrieb Bihler, der jedes Jahr Ferienarbeit anbietet. Doch musste die Firma ihr Stellenangebot von 20 im Vorjahr auf heuer zehn Stellen reduzieren. «Unsere Mitarbeiter sind teilweise in Kurzarbeit, da können wir es uns nicht mehr leisten, viele Ferienjobber einzustellen», stellt eine Sprecherin des Unternehmens klar.

Junge Nebenverdiener haben es zur Zeit schwer, bei einem Unternehmen Fuß zu fassen. Gute Chancen hat nur der, der Beziehungen zur freien Wirtschaft hat. Künftige Lehrlinge und Angehörige von Mitarbeitern werden bevorzugt eingestellt.

Nicht von der Krise betroffen ist die Fachklinik Enzensberg, die jährlich von Mai bis August Ferienarbeiter einstellt, um die durch die Entlassung der Zivildienstleistenden entstehende «Pflegelücke» zu stopfen. «Wir sind weiterhin gerne bereit, Schüler einzustellen», teilt eine Sprecherin mit. «Unsere Branche wird von der Krise nicht beeinflusst.» Doch das ist nur ein Einzelfall. Wenn sich Betriebe überhaupt noch Ferienjobber leisten können, stellen sie oft nur ein bis zwei Bewerber ein. Auch in anderen Branchen - wie Gastronomie oder Einzelhandel - gibt es nur wenig Angebote für arbeitswillige Schüler.

Frühzeitig bewerben

Was also tun? Wer auf der Suche ist, sollte sich direkt an die Unternehmen wenden, denn sich über die Agentur für Arbeit um Ferienarbeit zu bemühen, macht laut der Füssener Geschäftsstellenleiterin Theresia Wildegger wenig Sinn: «Wir bekommen so gut wie gar keine Angebote rein», sagt sie. Das sei aber auch schon in den vergangenen Jahren so gewesen. Wer sich allerdings schon frühzeitig um einen Ferienjob bemühe, der habe auch in Zeiten der Krise gute Chancen in einem Berufszweig seiner Wahl ein passendes Angebot zu finden.

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