Fendt stellt weitere 200 Kräfte ein

Marktoberdorf | rel | Mit einer guten Nachricht beendet Fendt das Jahr 2007: Der Schlepperhersteller will nächstes Jahr weitere 200 Mitarbeiter einstellen. Etwa 140 davon sollen in Marktoberdorf ihren Arbeitsplatz haben, die anderen in Bäumenheim, kündigte Hermann Merschroth, Sprecher der Geschäftsführung und Vice President im AGCO-Konzern, im Gespräch mit der AZ an.

Diese frohe Kunde wird leicht getrübt von nach wie vor bestehenden Zulieferschwierigkeiten. Bis zum letzten Arbeitstag vor Weihnachten sahen sich damit Geschäftsführung und Mitarbeiter konfrontiert. Immer wieder mangelte es an Vorderachsen, Felgen und Getriebebauteilen, berichtete Merschroth. Im ersten Halbjahr betrafen die Lieferverzögerungen vor allem Motoren mit der Folge, dass man 750 Fahrzeuge hinter dem Plan herhinkte. Merschroth erklärte die Materialprobleme unter anderem mit der Globalisierung im Zulieferbereich und dem Nachfrageboom. Als Konsequenz lagere Fendt nun mehr Material ein. Dank des enormen Einsatzes der Belegschaft - sie arbeitete bis zu 51 Wochenstunden - habe man sehr gut aufgeholt, doch das - sehr hoch gesteckte - Absatzziel von 13 400 Traktoren nicht ganz geschafft. Jedoch liege man nur leicht darunter. Zu Jahresbeginn hatte man noch 12 400 Schlepper angepeilt.

Azubi-Zahl verdoppeln

Für 2008 wird das Verkaufsziel weiter erhöht auf 15 000 Traktoren. Deshalb werde man nochmals 200 Mitarbeiter einstellen, sagte Hermann Merschroth. Schon 2007 wurde das Personal in dieser Größenordnung aufgestockt. Weil es immer öfter an Fachkräften mangelt, will Fendt zudem eine neue Lehrwerkstatt bauen. Die Azubi-Zahl soll in den nächsten Jahren von heute 125 auf 250 verdoppelt werden. Zudem wolle man gezielt an Schulen um Nachwuchs werben.

Mit einem Auftragsbestand von 3500 Traktoren geht Fendt ins Jahr 2008. Nicht nur deshalb sieht der Geschäftsführer die 15 000er-Marke beim Verkauf als 'absolut realistisch' an. Verbesserte Einkommenslage bei den Landwirten, neue Märkte, zunehmende Nahrungsmittelnachfrage weltweit, der Bauer als Energieproduzent: Sollten diese aktuellen Entwicklungen anhalten, sind für ihn bis 2012 sogar 20 000 verkaufte Fendt-Schlepper pro Jahr vorstellbar. Die 'Nachhaltigkeit dieser Entwicklungen' müsse allerdings abgesichert sein, bevor Marktoberdorf ausgebaut werde, betonte Merschroth. Denn dann würde eine neue Montagehalle nötig und das Werksgelände müsste vergrößert werden. Darüber laufen bereits Gespräche mit der Stadt. Eine 'Grundsatzentscheidung' soll Mitte/Ende 2008 fallen.

Insgesamt werden 2008 in Marktoberdorf und im Werk Bäumenheim 55 bis 60 Millionen Euro investiert, etwa die Hälfte davon in Forschung und Entwicklung. Damit gibt Mutter AGCO 40 Prozent ihres Investitionsetats (150 Mio.) für Fendt aus.

Eigene Firma für Vertrieb

Im Sommer hat AGCO seine Europazentrale von England in die Schweiz verlegt (wir berichteten). Ferner wurde eine Vertriebsgesellschaft gegründet, die laut Merschroth eine 100-prozentige Tochter der AGCO Deutschland GmbH (also von Fendt) ist. Damit ist künftig der Fendt-Verkauf Deutschland ausgelagert und läuft über die Tochter. Hinter diesem Schritt stehen steuerliche Überlegungen. Wie Merschroth aber versicherte, habe die Auslagerung 'keine Steuernachteile für die Stadt Marktoberdorf'.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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