Fellhornbahn will Skigebiet optimieren

Oberstdorf | mic | Während die Mehrheit des Oberstdorfer Bauausschusses von einer 'touristischen Notwendigkeit' sprach, war unter dem Aspekt des Naturschutzes von 'Wahnsinn' die Rede: Für die intensive Diskussion gesorgt hatten mehrere Bauanträge der Fellhornbahn GmbH Oberstdorf.

Geplant sind im Skigebiet Fellhorn und Kanzelwand groß angelegte Pistenkorrekturen sowie ein Ausbau der Beschneiungsanlagen einschließlich der Anlage eines Speicherteichs nahe der Riezleralpe. Investitionskosten: Sieben Millionen Euro. Umgesetzt werden soll das Projekt bis zum nächsten Winter.

Der Bauausschuss stimmte dem Antrag auf Errichtung eines Zufahrtsweges, einer Deponie sowie eines Bauhilfsweges und dem Antrag auf Durchführung von Pistenkorrekturen bei je drei Gegenstimmen zu. Die Anträge auf Verlängerung einer bestehenden Verrohrung sowie auf Erweiterung der Beschneiungsanlage am Fellhorn wurden bei zwei Gegenstimmen genehmigt. Den Beschlüssen ging eine intensive Diskussion voraus.

Als 'schlimmste Umweltzerstörung im Fellhorngebiet seit den 70er Jahren' und als 'Wahnsinn' bezeichnete Siegmund Rohrmoser, Grüne, das Projekt. Er befürchtet unter anderem: 'Wir bekommen großflächig Pisten für Anfänger - und die guten Skifahrer weichen auf die Ausgleichsflächen aus.'

'Das Skigebiet ist nun mal da', hielt Maximilian Hornik, UOL, entgegen. Es solle nicht größer gemacht, sondern optimiert werden. Und das sei touristisch unbedingt notwendig. Ähnlich argumentierte unter anderem Toni Huber, CSU: Auch andere Gebiete rüsteten auf. Als alpiner Standort habe Oberstdorf ohne entsprechende Beschneiung keine Chance, sich im internationalen Vergleich zu behaupten. Bedenken bereiteten ihm allerdings die umfangreichen Erdbewegungen. 'Da werden 4,7 Hektar umgewalzt. Ich hoffe, dass die Bahn so behutsam vorgeht wie bisher', appellierte er.

Die Gemeinderäte Martin Rees, Freie Wähler, und Rudolf Götzberger, CSU, sprachen sich für eine Ortsbegehung im Frühjahr aus, ehe über die Anträge der Fellhornbahn abgestimmt wird, fanden dafür im Bauausschuss jedoch keine Mehrheit.

'Wenn einer Garant dafür ist, dass sensibel mit alpinem Gebiet umgegangen wird, ist es die Fellhornbahn', suchte Bürgermeister Thomas Müller, CSU, die Bedenken von Seiten der Naturschützer zu zerstreuen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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