Weicht
Feinfühliges und Groteskes

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Gottfried Weber-Jobe, künstlerischer Berater und Nachbar des «Hofhaus» lobte in seiner Eröffnungsrede zu den Weichter Kulturtagen die «Penetranz» von Michael Schild, Projektleiter und Vorsitzender des «Kunstzentrates» Weicht. «Denn die Allgäuer sind eher zurückhaltend, und da braucht man viel Energie, etwas zu bewegen», so Weber-Jobe.

Schild begrüßte die 22 Künstler, die er nicht auf der Bühne vorstellte, sondern die Besucher ermunterte, in der Ausstellung auf diese zuzugehen und selbst mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Akustisch gab es im Konzert von «Strom und Glas» sehr ungewohnte Töne zu erfahren. Bruno Kliegl spielte auf einer Glasharmonika. Dazu erzeugten Gerhard Zander und Gerald Fiebig elektronische Töne. Allerdings nicht durch einen Synthesizer, sonder nur durch die Rückkopplung ihrer Mischpulte, ähnlich wenn jemand durchs Mikrofon sprechen möchte, aber dieses zu pfeifen beginnt. Die Zuhörer applaudierten nicht nur, sondern umlagerten nach dem Konzert interessiert Bruno Kliegl mit seiner Glasharmonika.

Er erklärte daraufhin den staunenden Gästen das Instrument und spielte noch kurz verschiedene Werke an, und zeigte dadurch, dass auch klassische Musik durchaus ins Repertoire der Glasharmonika passt.

Rund um das «Hofhaus» gab es allerlei groteske, feinfühlige und schöne Dinge zu bewundern. So zum Beispiel eine Tonbandanlage von Roland Mylog aus München, auf die über ein Mikrofon gesprochen werden kann, das Band aber erst fünf Meter zum nächsten Gerät wandert, um dort das Gesprochene «entschleunigt», so Mylog, wiederzugeben.

Regen, Blitz und Donner

Weiter befindet sich im Freigelände in einem ehemaligen Silo eine Installation von Wolfgang Rainer aus Kaufbeuren. Durch eine Luke hindurch kann der Zuschauer in das Innere sehen und auf Knopfdruck ein Gewitter mit Regen, Blitz und Donner auslösen. Ebenfalls in einem Silo befindet sich eine Lichtskulptur von Lab Binaer aus Augsburg. Dort bewegen sieben Servermotoren einen Lüster mit 148 Leuchtdioden, der fortwährend eine andere Form annimmt. Gewagter stellt sich eine Installation von Christian Kuntner aus Küttingen in der Schweiz dar. In einem abgeschlossenen dunklen Raum befindet sich ein schwebender Würfel, der durch Lichtblitze und die Akustik seinen unterschiedlichen Charakter zeigen soll.

Zahlreiche Bilder gibt es ebenfalls zu bestaunen. So von Renate Martin aus Unterschweinbach, die in ihren Schwarz-Weiß-Werken Spannungszustände auf die Leinwand holt, oder von Jusha Müller aus Eggenthal, die in ihren Bildern vor allem die Funktion des Lichts hervorheben möchte. Anders bei Barbara Wagner, die durch ihre Kunstobjekte das «Hier und Jetzt» darstellen möchte und satirisch, jedoch auch liebevoll kleine Geschichten auf die Leinwand bringt.

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