Rot a. d. Rot
Feiern und flanieren

Tausende Besucher aus dem gesamten Oberland und dem benachbarten Landkreis Unterallgäu hat die 17. Auflage des Roter Dorffestes am Wochenende in das ehemalige Prämonstratenserdorf gelockt. «Wer heute nicht beim Feiern dabei ist, macht gerade Urlaub», frohlockte Rots Bürgermeister Robert Balle.

Angeführt vom Zeller Fanfarenzug Graf zu Erbach-Erbach stolzierten die Vereine und Gruppierungen ins Festzentrum, immer einen kessen Spruch auf den Lippen. Szenenapplaus gab es sowohl für das Ziegengespann der Familie Dengler als auch für die Mannen rund um den Klosterbräu-Wagen, die den Gästen zuriefen: «Trinket, ehes zu regnen beginnt.»

Für kleinere Abkühlungen sorgten die Wehrmänner aus Spindelwag, die ihre Spritzen-Antiquität gerne immer wieder als Sprenkler missbrauchten. Einige der unzähligen Schaulustigen am Wegesrand hatten da bereits die ersten erstandenen Stücke vom Floh- und Trödelmarkt im Arm, über den Schultern oder zwischen den Beinen. Die angemeldeten rund 400 Stände erstrecken sich mittlerweile weit ins Dorf hinein bis zur Kirchenmauer.

Während derweil die Kinder die Späße des Munderkinger Clownduos Corx & Murx bestaunten, sahen sich die Größeren das auf der Klosterwiese aufgeführte Freilichtspektakel vom «Jäger und Wilderer» an, Szenen der Dorfgeschichte mit historisch verbürgtem Hintergrund aus dem Jahr 1838: Während vier Roter Bauern von einer erfolgreichen Fuhrwerksfahrt nach Memmingen im Wirtshaus schwadronieren, werden sie aufgeschreckt: Plötzlich gehts heiß her, als die Wilderer den verhassten Oberförster Frey in einen Hinterhalt locken und ihn beschießen.

Bürgermeister Balle lobte, nachdem die Jagdhorngruppe den Jägern und Wilderern das Halali geblasen hatte, «damit sie in den ewigen Jagdgründen selig werden», das Engagement des rührigen Dorffestausschusses um Franz Bek, das Verständnis der Nachbarn bei den abendlichen Proben sowie den Elan des Chronisten August Schädler, der noch viele weitere Themen in petto habe.

Auch deshalb brauche einem nicht bange um die Zukunft des Roter Dorffestes zu sein. Viele kommen alle Jahre wieder, treffen hier alte Bekannte und lieben die heimelige, einmalige Atmosphäre.

Viel Abwechslung

Eigentlich sind es mehrere Feste, die den Roter Erfolg ausmachen. Während samstags vor allem die Schnäppchenjäger zu ihrem Recht kommen, ist Sonntag der Familientag. Da gibt es handwerkliche Kunst aus der Region zu bestaunen, aber auch den letzten Bürstenmacher aus dem Böhmerwald und über das ganze Areal verteilt auf mehreren Bühnen Musik der unterschiedlichsten Schattierungen, aber auch gern besuchte Kirchenführungen.

Zudem führte die historische Gruppe um die Hohen Herren des Klosters gestern einen Rechtstag wie einst im Mai auf.

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