Special Straßenbauprojekte im Allgäu SPECIAL

Straßenbau
Fehlende Flächen bremsen Verkehr

Die Straße in die Kreisstadt sei «lebensgefährlich», machte Kreisrat Andreas Rösel (FDP) aus Füssen vor kurzem seinem Ärger über die schlechte Verbindung zwischen Füssen und Marktoberdorf Luft. Besonderes Ärgernis seit vielen Jahren ist der B16-Abschnitt zwischen Stötten und Rieder. Dort wurde bereits im vergangenen Jahr der Kies aufgeschüttet, um die neue Trasse der Bundesstraße mit entschärften Kurven vorzubereiten. Das ganze Jahr über ging dann nichts mehr voran. Josef Merk, Abteilungsleiter im staatlichen Bauamt Kempten, führt dafür mehrere Gründe an: Zum einen wurde die Staatsstraße bei Lengenwang ausgebaut, dadurch fehlte eine Umleitungsstrecke. Zum anderen fehlten für das Vorhaben bei Rieder aber auch Geld und Grund.

Von Stötten bis Osterried so Merk, sei der Grunderwerb gesichert. Damit könne man - sofern dann Geld vorhanden ist - 2011 die Straße zumindest im kurvigeren Abschnitt neu bauen. Wunsch bleibe aber eine Sanierung bis nach Rieder. Denn dort soll zusätzlich eine Querungshilfe entstehen und durch weitere Maßnahmen das Tempo der Autos gebremst werden.

Zwischen Osterried und Rieder sei man sich aber mit den Grundstücksbesitzern noch nicht einig. Geprüft werden auch Alternativplanungen. Falls die Grundbesitzer einwilligen und das Geld reicht, wolle der Staat das gesamte, 2,3 Kilometer lange Stück ausbauen. Die Kosten dafür werden auf 2,4 Millionen Euro geschätzt.

Gespräche über Steinbach laufen im Hintergrund

Von Seiten des Straßenbauamtes gibt es weiter südlich für eine Umgehung der B16 bei Steinbach noch keine Aktivitäten, erläutert Merk. Hierfür wäre eine Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans nötig, in dem die Umgehung als «weiterer Bedarf», nicht aber als «vordringlich» eingestuft ist. Doch auf politischer Ebene laufen durchaus Gespräche, um das Bauvorhaben voranzubringen, erklärte Landrat Johann Fleschhut auf Nachfragen im Kreisentwicklungsausschuss. Auch die Gemeinde ist aktiv und arbeitet eine mit dem staatlichen Bauamt abgestimmte Trasse für eine Westumfahrung in den Flächennutzungsplan ein. Dies werde bereits vorab zeigen, von welcher Seite es Bedenken gibt - beispielsweise in der Landwirtschaft oder im Naturschutz, meint Merk.

Letzte Asphaltschicht und 150 Meter Straße fehlen noch

Kurz vor der Vollendung steht hingegen ein Bauvorhaben auf der Parallelstrecke, der Staatsstraße 2009 zwischen Lengenwang und Seeg. Dort ging man heuer den zweiten Bauabschnitt an, musste dafür die Strecke sperren und über die B16 umleiten. Doch auch bei Lengenwang lief nicht alles nach Wunsch. Der Ausbau endet bei Hennenschwang und rund 150 Meter bleiben (vorerst) unausgebaut.

Behörde hofft auf Einlenken der Anlieger

«Eine gütliche Einigung war mit den Grundbesitzern dort bisher nicht möglich», erklärt Merk. Nun wolle seine Behörde für diesen kurzen Abschnitt ein Planfeststellungsverfahren durchführen. Danach hofft Merk immer noch auf einen «freihändigen Grunderwerb».

Als äußerstes Mittel bliebe dann eine Enteignung, um die Lücke zwischen Lengenwang und Ausbaustrecke ganz zu schließen.

Um den Neubau südlich von Lengenwang fertigzustellen, muss die Strecke noch einmal ganz gesperrt werden. Danach erhält die Fahrbahn die letzte Asphaltschicht. Ehe dann die Fortführung zwischen Balteratsried und Lengenwang ausgebaut werde, seien aber andere Staatsstraßen vorrangig, so Merk.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen