FBG Füssen weiter auf Erfolgskurs

Seeg/Ostallgäu (oss). Die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Füssen bleibt ein Erfolgsmodell. Das zeigte sich erneut bei der Jahresversammlung, die in Seeg stattfand. Nicht nur, dass unter der Vorstandschaft von Christa Rodenkirchen im vergangenen Jahr die Zahl der Mitglieder angestiegen ist, auch die verarbeiteten Festmeter Holz haben zugenommen. Dabei konnten die Waldbauern von Glücksfällen im vergangenen Jahr profitieren - und von ihrem umtriebigen Geschäftsführer Dieter Stosik. Heuer allerdings warten eingeschränkte Fördermittel und andere Probleme auf die FBG.

Vorsitzende Christa Rodenkirchen ging zunächst auf die Aktivitäten im abgelaufenen Jahr ein. Vor allem die Beitritte der FBG zur 'Wald-Säge Fuchstal' und zur 'Holzvermarktungsgenossenschaft In.Silva' markierten einen wichtigen Punkt.

In die Zukunft investieren

Die FBG leiste eine für die Region unverzichtbare Arbeit, wie Seegs Bürgermeister Manfred Rinderle in seiner kurzen Ansprache betonte. Er stellte in Aussicht, dass man in Seeg den Bau einer Hackschnitzelheizung für öffentliche Einrichtungen als Nahwärmeversorgung in Angriff nehme. Auch der stellvertretende Landrat Reinhold Sontheimer merkte an, dass die Region ohne Wald sehr viel ärmer wäre. Eine Investition in den Wald sei auch eine Investition in die Zukunft.

Die 'Holzvermarktungsgenossenschaft In.Silva', der mittlerweile mehrere Forstbetriebsgemeinschaften aus dem Allgäu und Oberbayern sowie weitere Waldbesitzer angehören, bündelt die Holzströme zu großen Kontingenten und für die Waldbauern sehr viel lukrativeren Konditionen. Der Beitritt zu 'In.Silva' sei die richtige Entscheidung gewesen, so Geschäftsführer Stosik.

Einschlag um 50 Prozent gesteigert

Daneben habe die Forstbetriebsgemeinschaft auch auf die sich verändernde Kundenlandschaft reagiert. So konnte Stosik für die 739 Mitglieder zählende und 4540 Hektar umfassende Gemeinschaft neue Rekorde vermelden. Denn im vergangenen Jahr konnte der Einschlag um 50 Prozent auf über 15 000 Festmeter gesteigert werden.

Beratung der Mitglieder

Für das kommende Jahr will Stosik das Dienstleistungsangebot der FBG, die übrigens eine der kleinsten im Allgäu ist, noch weiter ausbauen - etwa bei der Vermarktung, beim Maschineneinsatz oder bei der Information und Beratung der Mitglieder.´Verbunden mit der Forstreform kommt es nämlich auch zu Veränderungen bei der Förderung, die Forstdirektor Robert Berchtold ansprach. So bekommen Großbesitzer künftig weniger Geld, der Wegebau wird wieder besser gefördert, außerhalb des Schutzwaldes gibt es aber keine Förderung mehr für die Borkenkäferbekämpfung. Auch im Vertragsnaturschutzprogramm gibt es Änderungen.

In Bezug auf das Forstgutachten Waldverjüngung hatte Berchtold positive und negative Botschaften. So entwickelt sich die Verjüngung vor allem in Buching durchaus gut, in Pfronten dagegen sei ein erhöhter Abschuss notwendig, so Berchtold, sonst käme man auf keinen grünen Zweig. Auch Franz Nöß, forstlicher Berater der FBG, forderte die Waldbesitzer auf, aktiv zu werden. Aktuell werde der dreijährige Abschussplan festgeschrieben. Und hier müssten die Zahlen nach oben gehen, denn 'die Rehe fressen immer mehr zusammen', so Nöß. Rund 10 000 Euro kostet die Begrünung eines Hektars von Menschenhand. Die Natur übernehme dies umsonst.

Auf Hackschnitzel setzen

Werner Günter, leitender Landwirtschaftlicher Direktor am ALF Kaufbeuren, freute sich mit den Waldbesitzern über die aktuell guten Holzpreise. Was den Energieträger angehe, so sei er als Vertreter der Landwirtschaft in einem Zwiespalt. Denn der Landkreis sei bayernweit führend, was die Biomasse und insbesondere Biogas angehe, dagegen sei man ein 'weißer Fleck' auf der Landkarte in puncto Hackschnitzelverwertung. Hier habe vor Jahren der 'Leidensdruck' gefehlt, sich zu engagieren, nun hoffe er, dass man diesen Rückstand aufholen werde. Hier sei die Forstbetriebsgemeinschaft gefordert, die Zeit für den Ausbau der Logistik, Versorgung und Lagerung zu nutzen.

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