Amtsgericht
Faustschläge ausgeteilt und Auto demoliert

Es sind Vorgänge, die die Polizei im Oberallgäu immer häufiger beschäftigen, obwohl es nicht um schwere Kriminalität geht. Gemeint sind Sachbeschädigungen und Schlägereien, verursacht durch Halbwüchsige, die nach ausgiebigem Alkoholkonsum nachts durch die Straßen vagabundieren und Randale machen. So ein Fall ist jetzt vor dem Amtsgericht Sonthofen verhandelt worden. Drei Burschen, keiner über 20 Jahre alt, hockten auf der Anklagebank. Ein vierter hatte sich gedrückt. Letztendlich wurde das Trio zu Jugendarresten, gemeinnütziger Arbeit, Geldbußen und Alkoholverzicht verdonnert.

Vor der Richterin Brigitte Gramatte-Dresse präsentierten sich drei Heranwachsende, die eine Mischung aus Unschuldslamm und Zerknirschtheit zu sein schienen. Dabei war ihr alkoholisierter Zug durch Sonthofen keineswegs von Lappalien begleitet, wie sich in der Anklageschrift zeigte. Unterwegs rempelten die beschuldigten jungen Leute ein Ehepaar mit dessen Kind an, versetzten dem Mann und der Frau Faustschläge und traten nach dem Kind. Nächster Akt der Tour: ein Auto, auf das die drei mit einer Stange eindroschen. Schließlich die Festnahme durch die alarmierte Polizei, wobei die Beamten Beleidigungen über sich ergehen lassen mussten.

Augen wie Blitze

«Ich habe nicht gewusst, was ich da tue», zuckte einer der drei mit den Achseln. Der zweite bemerkte, dass er sich nicht mehr erinnere, was überhaupt vorgefallen sei. Der dritte sprach von einem «Ausrutscher». Zwei des Trios haben aber mehrere Vorstrafen und auch schon ein Jugendgefängnis von innen gesehen. Die Faustschläge gegen die Passanten wirken immer noch nach, als Anschlag auf die Ehre. Das als Zeuge geladene Opfer der Auseinandersetzung, ein feuriger Italiener, schleuderte wahre Blitze mit den Augen in Richtung Anklagebank, sodass gar die Richterin massiv werden musste. «Wenn Sie Rache üben wollen, rauche ich Sie in der Pfeife», blaffte Brigitte Gramatte-Dresse den gestikulierenden Zeugen an.

Von einem möglichen Gruppenzwang der Burschen ging die Staatsanwältin aus, als sie das Tun des ursprünglichen Quartetts zu deuten versuchte. Drei der vier kennen sich durch eine Lehre im selben Beruf. «Das Ende der Fahnenstange ist jetzt für Sie erreicht», gab die Richterin in ihrem Urteil den nach Jugendrecht verurteilten Burschen mit auf den Nachhauseweg. Zwei Jahre müssen sie sich nun bewähren und auch beim Alkoholkonsum mäßigen. Den Richterspruch akzeptierten alle drei auf der Stelle.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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