Faszination Fischertag - Moderator Karl-Hans Angerer feiert eine vielversprechende Premiere

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Ach, wie soll man nur die Faszination, die vom Fischertag ausgeht, beschreiben, wie die Begeisterung in Worte kleiden? Ist eigentlich gar nicht schwer – wenn man dabei an einen wie Karl-Hans Angerer denkt. Der Ur-Memminger, der in Bad Grönenbach lebt, hat am Samstag im zarten Alter von 68 Jahren eine Premiere gefeiert: als Moderator des Auswiegens auf dem Marktplatz, als Nachfolger von Heimatpfleger Uli Braun.

Nun also Karl-Hans Angerer, in der Maustadt bekannt wie ein bunter Hund und mit allen Stadtbachwassern gewaschen. Aufgewachsen im Ratzengraben, gleich beim 'Hexatura', und von 1949 an 60-mal 'in da Bach nei g’juckt'.

Vor drei Jahren hat er seine aktive Karriere als Stadtbachfischer beendet. Einmal, 'da war ich so 14 oder 15', war er ganz nah dran am wichtigsten Memminger Titel. Doch seine 1830 Gramm schwere Forelle reichte 'nur' zu Platz zwei.

Das hat er aber schon lang verschmerzt, denn: 'Dass ich jetzt Ehrenoberschmotzer bin, hat mich versöhnt', sagt Angerer und grinst wie ein Lausbub.

Tief in der Heimat verwurzelt

Wenn man an diesem Samstagmorgen beobachtet, mit welcher Freude er die Gäste aus nah und fern zu einem Fischer-Chor vereint, der gemeinsam das Schmotzlied singt, muss man sagen: Gotthilf, zieh Dich warm an!

In Momenten wie diesen ist Angerer, der 40 Jahre lang leidenschaftlicher Schmotzer war, mitten in seinem Element. Das ist die Heimat, der er sich aus tiefstem, bodenständigem Herzen verbunden fühlt; das ist aber auch das Gemeinschaftsgefühl im Fischertagsverein, in dem 'viele zusammen schon viel bewegt haben'.

Da versteht einer wie Angerer, der sonst für jeden Scherz zu haben ist, keinen Spaß.

Bei seiner vielversprechenden Premiere auf dem Marktplatz hingegen spricht sich der Moderator für eine 'strengere Fischereiprüfung' aus: Jeder echte Stadtbachfischer sollte künftig alle sieben Memminger Wahrzeichen im Schlaf herunterbeten können.

Ein Achtes schlägt Angerer gleich selber vor: die Weinstube zum Löwen, wo stets 'sinnvolle kommunalpolitische Entscheidungen' getroffen würden. Und wo man auch mal an einem Gläschen nippt – oder auch an zwei.

Es soll dereinst sogar ein paar Ratsherren gegeben haben, bei denen es vielleicht sogar drei Gläschen waren. Dieser Durst hat uns die berühmteste aller Memminger Legenden beschert.

Weil die aber gar nicht mehr alle kennen, bietet Karl-Hans Angerer auf dem Marktplatz gleich noch eine kleine Heimatkunde und trägt das Gedicht 'D’r Mau im Zuber' von Hugo Maser vor.

'Den Fischertag kann man nicht beschreiben. Man kann das alles nicht in Worte fassen. Man muss ihn erleben', sagt Karl-Hans Angerer. Es sind Männer wie er, die dafür sorgen, dass man sie versteht und spürt – die Faszination Fischertag.

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