Fastenzeit beginnt mit Fisch und Kässpatzen

Marktoberdorf/Ostallgäu | hkw | Fleischlos essen ist am heutigen Aschermittwoch, der die vorösterliche Fastenzeit einläutet, beliebte Tradition: Mit 'Spezialkarten', die neben den allgäutypischen Kässpatzen auch Fisch gegen den Faschingskater und vegetarische Gerichte enthalten, reagieren die heimischen Gastronomen auf den Trend. Daran, dass Restaurantbesucher in der Fastenzeit generell zu leichteren Speisen greifen, glauben indes nur manche Gastwirte im mittleren Landkreis Ostallgäu.

Einer davon ist Elmar Vogler, der Wirt des Stöttener Landgasthofs Sonne: 'Die schweren Sachen wie die Weihnachtsente verschwinden in der Fastenzeit von der Speisekarte.' Fisch- und Lammgerichte gingen bis Ostern einfach wesentlich besser. Stand in Stötten zum Faschingskehraus neben den traditionellen Kässpatzen noch die 'übliche Schlachtpartie' auf dem kulinarischen Programm, setzt die 'Sonne' am heutigen Aschermittwoch schon verstärkt auf vegetarische Hefefladen mit Käse sowie heimische Fische wie Zander oder Lachsforelle.

Ähnliches vermeldet der Hotelier Werner Sepp aus Marktoberdorf: Am gestrigen Faschingsdienstag war in seinem Lokal 'Schlachtpartie' mit Kesselfleisch, Blut- und Leberwurst. Heute stehen im Hotel Sepp neben dem Hochseefisch Pangasius ebenfalls Forelle und Saibling auf der Spezialkarte. 'Außerdem kommen drei Gruppen zum Kässpatzen-essen', berichtet Sepp.

Kalorienärmeres 'geht nicht'

Ihm zufolge essen die Einheimischen - unabhängig von der Fastenzeit - mittlerweile generell mehr Fisch und weniger Fleisch, 'also leichter'. Auch beim Gasthof Hirsch kommt laut Hobbyfischer und Inhaber Ludwig Blochum viel 'frischer Fisch' auf den Tisch: 'Das liegt im Trend, und in der Fastenzeit ist die Nachfrage nach Fisch noch größer', so Blochum.

Blochums, Voglers und Sepps Erfahrungen teilen nicht alle anderen Wirte: 'Leichtere, kalorienreduzierte Gerichte gehen nicht. Diejenigen, die essen gehen, essen so wie sonst, weil sie auf nichts verzichten wollen', sagt etwa Thomas Petrich, Inhaber des Restaurants Hubertus in Apfeltrang. 'Und gutes Essen ist oft mit Sahne, mit Fett verbunden.' Eher gebe es Gäste, die in der Fastenzeit seltener kämen oder vielleicht einmal kein Dessert bestellten, meint Petrich. Kalorienärmere Gerichte wie Kohlrabi-Medaillons oder Fruchtsorbé ohne Sahne würden erst im Sommer stärker angenommen.

An Faschingsdienstag, Aschermittwoch und den Folgetagen lässt der Apfeltranger 'Hubertus' indes ebenfalls eine Fischkarte laufen. Außerdem gehören laut Petrich und den anderen Wirten viele Gäste die 'fettigen Kässpatzen' am Aschermittwoch - und schon am Dienstag als Faschingskehraus - eben einfach dazu. Auch laut Veronika Burger vom gleichnamigen Marktoberdorfer Gasthaus sind Fisch und Kässpatzen zurzeit sehr gefragt.

Dass Kässpatzen am Aschermittwoch gefragt sind, weiß auch Christine Endras, Inhaberin des Gasthofs Schwanen in Obergünzburg: 'Bereits am Faschingsdienstag ab 15.30 Uhr geht es damit los.' Dass mehr Fisch ginge, könne sie aber nicht bestätigen. 'Die Leute achten auch in der Fastenzeit nicht auf leichteres Essen', betont Christine Endras.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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