Kunsthalle
«Fast wie die Callas»

Vor den rot getünchten Wänden und den spirituellen Zeichnungen von Ugo Dossi präsentierten zwei international renommierte Gesangsinterpreten in der Mewo-Kunsthalle Arien und Duette: die russische Sopranistin Elena Kononenko und ihr Partner, der brasilianische Bariton Fernando Araujo, der bereits mehrmals im ehemaligen Postgebäude gastierte. Das Motto des Abends titelte: Lauter Meisterstücke oder « wenn sie nicht singt, dann ist sie wie die Callas!» Die Rede ist dabei aber nicht von der Sopranistin des Abends, denn wenn Elena Kononenko singt, dann singt sie fast wie die Callas. Vielmehr spielt der Titel auf eine namenlose Künstlerin einer Anekdote an.

Dem abendlichen Motto ließe sich normalerweise hinzufügen: « wenn er redet, dann hört er nicht mehr auf» - gemeint wäre damit Kunsthallen-Leiter Professor Joseph Kiermeier-Debre. Denn dieser sprengt zum Leidwesen vieler Zuschauer bei den meisten seiner Vorstellungen den zeitlichen Rahmen - nicht jedoch an diesem Abend. Allerdings sprengte das mächtige Klangvolumen von Kononenko/Araujo beinahe den Saal.

Geboten wurden Opern-Arien von Verdi bis Puccini, von Bellini bis Rossini. Mit der italienischen Sprache bestens vertraut, vernachlässigten die beiden Künstler beim Verkörpern verschiedener Rollen nicht ihr schauspielerisches Potenzial. Als Mimi und Marcel in Puccinis Oper «La Bohème» präsentierte sich das Gesangs-Ehepaar als exakt aufeinander eingespieltes Ensemble.

Der stimmgewaltige Araujo mit seinem feurigen Temperament und weltgewandten Bühnenauftritt und seine charmante Partnerin mit ihrem brillanten Koloratursopran begeisterten das Publikum. Allerdings dürfte sich Kononenko angesichts ihres gesanglichen Könnens in den Solo-Parts noch mehr «in den Mittelpunkt» stellen.

Applaus im Stehen

Um die perfekte Begleitung kümmerte sich der rumänische Klaviervirtuose Adrian Suciu, der den «Opernabend» mit seinen anspruchsvollen Intermezzi bereicherte. Kiermeier-Debre führte - wie gewohnt - charmant und humorvoll durch das Geschehen. Er hatte einmal mehr in seinem schier unerschöpflichen geistigen Fundus geblättert und allerhand Anekdoten und Witze zu den vokalen Themen gefunden. Es gab Applaus im Stehen für diesen exquisiten Abend. (lyh)

 

Elena Kononenko brillierte mit vokalen «Meisterstücken» in der Memminger Mewo-Kunsthalle. Foto: oh

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