Fast alle trafen den richtigen Ton

Kempten | mori | 28 Frauen und Männer der Allgäuer Werkstätten GmbH hatten sich um eine Aufnahme in das firmeneigene Blasorchester beworben. 25 von ihnen trafen beim Casting in den vergangenen Tagen den 'richtigen Ton'. Sie alle sehen sich am 14. Februar zu einer ersten Orchesterprobe wieder.

Dann bekommen sie auch die Leih-Instrumente ausgehändigt. Immerhin hat die 'Brass Band mit Handicap für Menschen mit Behinderung' - so der Arbeitstitel - ein hochgestecktes Ziel: Spätestens in anderthalb Jahren möchte die Brass Band ein erstes großes Konzert geben.

Wie bereits berichtet, hatten der Kristof Büsing (Dirigent beim Musikverein Lenzfried und gleichzeitig staatlich anerkannter Erzieher) sowie Peter Reitemann (Geschäfts-führer des gleichnamigen Lenzfrieder Musikhauses) die Idee für das Pilotprojekt. Die Leitung der Allgäuer Werkstätten nahm dieses Kooperations-Angebot gerne an. Birgit Meßmer von den Werkstätten wird das Projekt mit begleiten.

Überrascht vom Enthusiasmus

Gemeinsam suchten sie jetzt die Musikerinnen und Musiker aus. Alle drei zeigten sich überrascht von der aufgeräumten Stimmung und dem Enthusiasmus, mit dem die Beschäftigten mit Behinderung beim Casting ins Mundstück bliesen. 'In Schulklassen erleben wir oft eine Hemmschwelle. Die Teilnehmer trauen sich nicht recht', so Reitemann. Davon konnte beim Vorspiel in den Werkstätten keine Rede sein.

'Da kommt ein Ton raus', freute sich Melih Acartürk überrascht. Er wurde bei der ersten Probe fürs Tenorhorn eingeteilt. Rollstuhlfahrerin Sandra Dittel hat sich auch in dieses Instrument 'verliebt'. 'Mancher Tenor würde sich wünschen, er kommt so hoch', lobte denn auch Kristof Büsing.

'Ist ja geil', wunderte sich Florian, dass er 'diesen Ton' selbst hervorgebracht hat - und das auf dem größten Musikinstrument, der Tuba. Thilo Becker soll 'ran' an die Trompete. 'Eine grandiose Geschichte, dass wir zwei Jahre üben dürfen', sagt er.

Verblüfft schauten Reitemann und Büsing schließlich zu Manuel Foß und Sebastian Huber, die schon ein eigenes 'Solo' zu geben schienen, erste Takt- und Rhythmusversuche einbrachten. 'Für einen ersten Kontakt mit einem Blasinstrument ist das schon sehr, sehr gut', freute sich Reitemann und gab sich sehr zuversichtlich für kommende Proben und Auftritte.

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