Gesundheit
Fast alle stimmen für Klinikverbund

Dem Klinikverbund Kempten-Oberallgäu steht aus städtischer Sicht nichts mehr im Wege. Der Stadtrat hat sich am Donnerstagabend bei einer Gegenstimme für die engere Kooperation der Krankenhäuser in Stadt und Landkreis ausgesprochen. Einstimmig votierte der Kreistag Oberallgäu tags darauf für den Schulterschluss.

Ziel ist wie berichtet die optimale Qualität der medizinischen Versorgung in der Region zu gewährleisten. Außerdem wollen die Verantwortlichen erreichen, dass Patienten, denen in einer der hiesigen Einrichtung geholfen werden kann, sich auch dort behandeln lassen. Und vor allem in Kempten gelte es, aus dem finanziellen Tal herauszukommen. Die Kliniken im Oberallgäu hatten ihre defizitäre Phase zuletzt bereits überwunden.

Auf ausdrücklichen Wunsch des Landkreises ist der Sitz der neuen Organisation künftig in Immenstadt. Damit schaffe man 'einen gewissen emotionalen Ausgleich dafür, dass Kempten jetzt Einfluss auf die Kliniken Oberallgäu erhält', hieß es. Geschäftsführer Andreas Ruland bleibe aber in Kempten.

Bedenken äußerte Dr. Philipp Jedelhauser (UB/ÖDP) gegenüber dem Managementpartner Sana Kliniken. Ziel der Aktiengesellschaft sei sicher, die Umsatzrendite zu erhöhen und möglicherweise die Beherrschung der Kliniken. 'Krankenhäuser sind aber nicht einfach zu betrachten wie Industriebetriebe', warnte der Augenarzt: 'Die Managementfesseln können zu Millionenschäden führen.'

Mit diesen Sorgen stand Jedelhauser allerdings allein. 'Es geht doch darum, Kliniken zusammenzuführen, um miteinander Ziele zu verfolgen und nicht wie bisher gegeneinander zu arbeiten', sagte CSU-Fraktionsvorsitzender Erwin Hagenmaier. Ludwig Frick (SPD) sah das Ganze pragmatisch: 'Wenn die Sana an den Kliniken verdient, ist das auch gut für uns, um aus den roten Zahlen rauszukommen.'

Gute Zeiten in den 90ern

Den Blick Richtung Süden empfahl Josef Leonhard Schmid (CSU). Seit der Sana-Mann Andreas Ruland dort die Geschäftsführung übernahm, habe man finanzielle und medizinische Defizite ausgeglichen. An gute Sana-Zeiten an den Kemptener Kliniken in den 90ern erinnerte Siegfried Oberdörfer (SPD). Die Variante ohne Managementpartner habe zuletzt nicht funktioniert.

Dr. Philipp Jedelhauser gab eine mehrseitige Stellungnahme mit seinen Einwänden gegenüber der Managementgesellschaft zu Protokoll. Zustimmen wollte er der eigentlichen Kooperation der Kliniken dennoch nicht. Seine Kollegen waren allesamt für den Zusammenschluss.

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