Weiler / Kempten
Fans sollen die Hymne mitsingen

Etwas verwundert dürfte Steffen Freund geschaut haben, als er gestern zum Vormittagstraining das Raiffeisenbank-Stadion in Weiler betreten hatte: Denn in einem Nachbargrundstück wehen friedlich vereint die überdimensionalen Flaggen von Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 - also jenen Erzrivalen, für die der heutige U16-Nationaltrainer insgesamt 170 Bundesligaspiele absolviert hat. «So etwas habe ich noch nie gesehen», meint der 39-Jährige erstaunt.

Seit Sonntag gastiert die deutsche U16-Nationalelf im Westallgäu, um sich auf das Fußball-Länderspiel gegen die Schweiz vorzubereiten, welches am morgigen Mittwoch um 10.30 Uhr im Kemptener Illerstadion angepfiffen wird. Die AZ sprach mit Steffen Freund im Vorfeld über:

Die erwartete Kulisse Mehr als 5000 Karten sind bereits vergeben. «Solche Zahlen sind im Juniorenbereich selten. Das wird eine tolle Erfahrung für die Jungs», sagt Freund. Zum Vergleich: Zuletzt hat seine Elf vor 940 Zuschauern gegen Belgien gespielt (4:0). Der Trainer freut sich daher auf «viel Lärm und viele Emotionen», durch die die Allgäuer Fans seine Elf unterstützen sollen. «Ich wünsche mir, dass die Fans wie ein Mann hinter Deutschland stehen. Egal, wie es steht», betont er.

Die Nationalhymne Freund verpflichtet seine Spieler nicht zum Mitsingen - aber für den 21-fachen Nationalspieler selbst ist das eine Selbstverständlichkeit. «Dieses Gefühl ist im Stadion etwas Besonderes - ob als Trainer, Zuschauer oder Journalist», sagt er und nennt als Beispiel die englischen Fans, die ihr «God save the Queen» voller Stolz vortragen. Freund wünscht sich deshalb ganz besonders, dass auch die Fans morgen im Stadion die deutsche Hymne kräftig mitsingen.

Seine Erwartungen an das Spiel «Wir wollen dominant agieren und dem Gegner unseren Stil aufzwingen», verrät der 39-Jährige. Wie in allen Jugendnationalteams lässt er in der Abwehr mit Viererkette spielen. «Das ist die Philosophie des DFB», sagt er.

Die Schweizer, die im zuletzt mit August mit 4:2 besiegt wurden, sollen mit einem 4-3-3 durch Pressing im Mittelfeld (etwa 15 Meter vor und hinter der Mittellinie) unter Druck gesetzt werden. «Eines kann ich versprechen: Es wird ein für diese Altersklasse sehr hochklassiges Spiel werden», kündigt der gebürtige Brandenburger angesichts des starken Gegners an.

Seine Aufgaben als Nachwuchstrainer In der U16 stehen die Persönlichkeitsentwicklung und die Ausbildung im Vordergrund. Und zwar auf und neben dem Platz. Damit die Schule nicht vernachlässigt wird, gibt es selbst vor Länderspielen feste Lernzeiten am Nachmittag. Es ist wichtig, dass die Spieler auch in der Schule am Ball bleiben. «Wer schulische Probleme hat, wird nicht eingeladen», sagt Freund. Die Jugendlichen sollen mit guten Noten für eine mögliche Zukunft ohne Fußball vorbauen.

«Ich kann ja keinem garantieren, dass er Profi wird», betont der U16-Nationaltrainer.

Tickets gibt es beim Team- und Fan-Shop Grahammer in Kempten, Kronenstraße 49. Im Übrigen, so die Veranstalter, brauchen die Schulkindern keine vollgepackten Rucksäcke mitgeben. Für das leibliche Wohl im Illerstadion sei gesorgt.

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