Familienbeauftragte sollen Probleme frühzeitig entdecken

Von Barbara Hell
| Oberallgäu In Kempten gibt es eine «Koki», eine koordinierende Kinderschutzstelle. Dort sollen problematische Familienverhältnisse frühzeitig erkannt und entsprechende Hilfsangebote vermittelt werden. Der Landkreis Oberallgäu geht diesen Weg über gemeindliche «Familienbeauftragte». Beim jüngsten Treffen der Oberallgäuer Bürgermeister in Rettenberg stellte sich heraus, dass es bereits in acht Gemeinden Familienbeauftragte gibt.

Ein kraftvolles Plädoyer für Familienbeauftragte hielt Landrat Gebhard Kaiser. Er verwies auf gesellschaftliche Veränderungen und anhaltende Kostensteigerungen für die Jugendhilfe, wenn Kinder in Pflegefamilien und Heimen untergebracht werden müssen. Die Fälle würden mehr und schwieriger. Als Gegenrezept sollte sich seiner Ansicht nach Gemeinde und Jugendamt bereits im Vorfeld intensiv um Problemfamilien kümmern: «Das muss ein Chefthema werden, weil es genauso wichtig ist wie Straßen- und Kanalbau», forderte Kaiser die Rathauschefs zur Mitarbeit auf.

Um auch das Zusammenwirken zwischen Jugendamt und Gemeinde zu intensivieren, soll laut Bürgermeister Anton Klotz, Vorsitzender des Gemeindetags im Oberallgäu, ein Mitarbeiter in den Verwaltungen der Kommunen als Ansprechpartner genannt werden. Zudem müssten vor Ort ab Herbst Familienbeauftragte ernannt werden, die mit anderen sozial Engagierten im Dorf ein Netzwerk bilden und «sich kümmern». «Je stärker das Netz ist, desto geringer ist die Gefahr, dass Jugendliche durchfallen», bekräftigte Herbert Seger (Durach). Allerdings sei viel Fingerspitzengefühl gefragt, wenn sich «Sensoren» in Familien einmischten. Örtliche Teams müssten unbedingt auch qualifiziert und geschult werden.

Schulsozialarbeiter gefordert

Weil sich Familien mit großen Problemen meist zurückzögen, zeigte sich Heribert Kammel etwas skeptisch, ob Familienbeauftragte an Problemfälle besser rankommen als Jugendamtsmitarbeiter. Man dürfe wohl nicht allergrößte Hoffnung auf das Instrument setzen. Unbedingt aber forderte der Altusrieder Rathauschef Schulsozialarbeiter.

Scharf kritisierten mehrere Rathauschefs, dass sechs Anträge aus dem Oberallgäu auf Schulsozialarbeiter ab Herbst abgelehnt wurden. «Wir werden vom Freistaat im Stich gelassen», ärgerte sich Berthold Ziegler (Lauben).

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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