Landwirtschaft
«Faire Milch»: Mehr Geld für hohe Qualität

Die «Faire Milch»: Als sie vor gut einem Jahr auf den Markt kam, galt dies noch als Experiment. Inzwischen liefern 37 Landwirte aus der Region an die Milchvermarktungsgesellschaft Süddeutschland (MVS) in Freising. Abgefüllt allerdings wird die Ware nach wie vor im hessischen Schlüchtern. Insgesamt zählt die MVS 265 Lieferanten in Baden Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen - Tendenz steigend. Erhältlich ist diese Milch im Allgäu unter anderem bei der Handelsketten Rewe, in V-Märkten sowie in manchen Dorfläden.

Das besondere: die MVS zahlt den Landwirten einen Preis von 40 Cent pro Liter. Geworben wird für die nach Angaben des Herstellers besonders hochwertige Milch mit Plastikkühen in Deutschlandfarben, die man vor Erzeugerbetrieben, in Fußgängerzonen oder in Geschäften findet. Der Verbraucher zahlt für den Liter «faire» H-Milch mit 3,8 Prozent Fett derzeit einen Preis von 99 Cent.

Umweltauflagen

Um «Faire Milch» produzieren zu können, müssen die Landwirte eine Reihe von Auflagen erfüllen. Unter anderem sind sie gehalten, gentechnikfrei anzubauen und zu füttern. Die Zusammensetzung des Futters ist vorgegeben. Wichtig ist unter anderem viel Klee und Gras. Die landwirtschaftlichen Flächen sollen bienenfreundlich bewirtschaftet werden, heißt es zudem in den Richtlinien.

Jeder Betrieb muss ein bestimmtes Umweltprojekt nachweisen.

Das Prinzip der «Fairen Milch» wurde in der Krise geboren, als der Milchpreis für die Bauern vor mehr als zwei Jahren auf teilweise 20 Cent pro Liter gesunken war, die Landwirte sogar zum letzten Mittel griffen und die Milch demonstrativ wegschütteten. Hinter der «Fairen Milch» stehen der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) und der Verein der freien Bauern.

Landwirt Stefan Foldenauer aus dem Ostallgäuer Irsee ist einer der Allgäuer Bauern, die «Faire Milch» produzieren. Allerdings kann er nicht die gesamte Milchmenge seiner 50 bis 60 Kühe als Faire Milch für 40 Cent verkaufen, sondern nur etwa 25 Prozent. Für den Rest bekommt er 33 Cent pro Liter. Foldenauer hofft, dass er in Zukunft noch mehr «Faire Milch» absetzen kann.

Der Landwirt setzt vor allem auf weitere Produkte, die den Absatz der «Fairen Milch» verbessern würde. Jakob Niedermayer, Landwirt aus Rott am Inn und Geschäftsführer der MVS ist zufrieden mit der Entwicklung der «Fairen Milch». War im Januar 2010 mit einer Jahresmenge von 16 Millionen Litern gerechnet worden, so waren es dann über 60 Millionen Liter. Für heuer ist geplant, dass auch Butter aus «Fairer Milch» auf den Markt kommt.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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