Sommer
Fahrradzeit im Allgäu: Was erlaubt ist und was nicht

Es ist Sommer und damit steigt auch wieder die Zahl der Radfahrer auf den Straßen. Wie andere Verkehrsteilnehmer müssen sich auch Radfahrer an gewisse Regeln halten.
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Mit den steigenden Temperaturen sind auch wieder mehr Radfahrer im Allgäu unterwegs. Genauso wie andere Verkehrsteilnehmer müssen sie sich an gewisse Regeln halten. Im Straßenverkehr gibt es aber immer wieder Situationen, in denen man sich fragt: Ist das eigentlich erlaubt oder nicht?

Wir räumen beliebte Irrtümer aus dem Weg:

1. Radfahrer müssen Radwege benutzen

Fahrräder sind Fahrzeuge und gehören deshalb grundsätzlich auch auf die Fahrbahn. Nur wenn es einen Radweg gibt, der mit einem blauen, runden Schild mit einem weißen Fahrrad gekennzeichnet ist, müssen ihn Radfahrer auch benutzen. Das Schild schreibt eine verpflichtende Nutzung vor. 

2. Radfahrer haben auf dem Zebrastreifen Vorrang 

Fußgänger haben auf dem Zebrastreifen Vorrang. Wenn Radfahrende an Zebrastreifen Vorrang haben wollen, müssen sie absteigen und ihr Rad schieben. Sie dürfen über den Zebrastreifen aber auch fahren, müssen dann jedoch herannahende Fahrzeuge durchfahren lassen. Muss ein Auto wegen eines fahrenden Radfahrers auf dem Fußgängerüberweg abbremsen, riskiert der Radfahrer ein Bußgeld.

3. Radfahrer dürfen nicht auf dem Gehweg und in der Fußgängerzone fahren

Kinder bis acht Jahren müssen den Gehweg benutzen, Kinder bis zehn Jahren dürfen ihn benutzen. Eltern, die ihr Kind begleiten, dürfen ebenfalls auf dem Gehweg fahren, müssen dabei allerdings besondere Rücksicht auf Fußgänger nehmen. Ohne Begleitung von Kindern dürfen Erwachsene nicht den Gehweg als Radweg benutzen. Das gleiche gilt grundsätzlich in Fußgängerzonen. Wer in der Fußgängerzone mit dem Fahrrad fährt, riskiert ein Verwarnungsgeld von 15 Euro. Als Tretroller darf das Rad benutzt werden. 

4. Radfahrer dürfen nicht nebeneinander fahren

Radfahrer dürfen nebeneinander fahren, wenn dadurch der Verkehr nicht behindert wird. Bei engen Straßen sollten die Zweiradfahrer prinzipiell hintereinander fahren. Ausnahmen sind Fahrradstraßen und das Fahren in einem geschlossenen Verband. In Fahrradstraßen dürfen Radfahrende immer zu zweit nebeneinander fahren. Bilden sie einen sogenannten geschlossenen Verband (ab 16 Radfahrern), müssen Autos hinter ihnen bleiben, wenn nicht genug Platz zum Überholen vorhanden ist. 

5. Man darf alkoholisiert Fahrradfahren

Die Grenze zur Fahruntüchtigkeit für Radfahrer ist zwar mit 1,6 Promille deutlich höher als für Autofahrer (0,5 Promille). Wer aber als Radfahrer mit über 1,6 Promille im Blut erwischt wird, riskiert nicht nur eine Geldstrafe, sondern muss auch mit Punkten in der Verkehrssünderkartei rechnen. Die Behörde kann eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) anordnen – und wer da durchfällt, verliert auch als Radfahrer seinen Führerschein. Schon bei einem Promillewert von 0,3 kann man sich strafbar machen und muss bei einem Unfall haften, wenn es wegen des Alkohols zu Fehlern beim Radfahren kommt. 

6. Radfahren und dabei das Handy in der Hand halten, ist erlaubt

Das Telefonieren während der Fahrt und auch das Bedienen des Smartphones ist während der Fahrt nicht erlaubt. Hier gelten die gleichen Regeln wie für Autofahrer.  Wer sich mit Handy am Ohr von der Polizei erwischen lässt, muss mit einem Bußgeld von mindestens 25 Euro rechnen. Musikhören mit Kopfhörern ist nur erlaubt, wenn die Geräusche um einen herum noch wahrgenommen werden können. Ein Martinshorn, Hupen oder Klingeln anderer Verkehrsteilnehmer sollte noch zu hören sein. Zur Navigation darf man das Smartphone während der Fahrt nutzen, wenn es an einer speziellen Halterung am Lenker angebracht ist.

7. Radfahrer dürfen auf dem Radweg in beide Richtungen fahren

Einen Radweg mit einem blauen Radwegeschild müssen Radfahrende benutzen, sonst droht ein Bußgeld. Das droht aber auch, wenn sie in die falsche Richtung fahren. 20 Euro müssen Radfahrende unter Umständen zahlen, wenn sie den benutzungspflichtigen Radweg zwar benutzen, aber in die falsche Richtung fahren. Behindern sie dabei andere, sind es 25 Euro, bei Gefährdung 30 Euro. Mit Unfallfolge oder Sachbeschädigung werden Radfahrende mit 35 Euro zur Kasse gebeten.

Prinzipiell gilt: Das Fahrrad ist ein Fahrzeug – und damit sind Radfahrende auch Fahrzeugführende mit allen Rechten und Pflichten. Für sie gelten die allgemeinen Regeln für den Fahrzeugverkehr.

Autor:

Camilla Schulz aus Memmingen

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