Fahrradtransport: Bahn will auf jeden Fall mehr Geld

Kempten | mun | Die Deutsche Bahn bleibt hart: Auf jeden Fall will das Unternehmen von den kreisfreien Städten und Landkreisen künftig eine deutlich höhere Pauschalzahlung dafür, dass Fahrräder - wie bisher - für den einzelnen Fahrgast kostenlos transportiert werden. Zahlten beispielsweise Kempten und der Landkreis Oberallgäu bisher zusammen weniger als 8000 Euro pro Jahr, so will die Bahn für den Fahrradtransport künftig mehr als das Zehnfache. Noch drastischer ist die Situation im Ostallgäu, wo die Bahn nach Kündigung des bestehenden Vertrags rund 97 000 Euro fordert.

Gestern kamen Vertreter der Allgäuer Landkreise und der kreisfreien Städte zu einem Gespräch mit der DB Regio Allgäu zusammen. Ein greifbares Ergebnis habe es nicht gegeben, verlautete aus Teilnehmerkreisen. Von DB Regio war gestern keine Stellungnahme zu erhalten. Dem Vernehmen nach hatten Vertreter der Kommunen gegenüber DB Regio deutlich gemacht, dass man auf die Forderung einer derart erhöhten Pauschalzahlung für den Transport der Fahrräder weder eingehen könne noch wolle.

'Abgespeckte Version'

Die Bahn soll daraufhin eine 'abgespeckte Version' ins Gespräch gebracht haben, die beispielsweise für den Bereich Ostallgäu immerhin noch rund 34 000 Euro kosten würde. Demnach würden Fahrräder künftig nur noch zwischen Mai und Oktober an Wochenenden sowie an Feiertagen für die Fahrgäste kostenlos transportiert. Auch würden Fahrräder dann nicht mehr in allen Zügen mitgenommen.

Hintergrund: Bereits jetzt kommt es bei schönem Wetter und großem Radler-Andrang vor allem in den Triebzügen vom Typ VT 612 und 642 zu Kapazitätsproblemen.

Als 'völlig unannehmbar' bezeichnete der Ostallgäuer Landrat Johann Fleschut die Position der Bahn. Der Landkreis Ostallgäu beispielsweise solle das 22-fache des bisherigen Pauschalbetrags zahlen, hat er ausgerechnet. Gemeinsam mit der Allgäu-Initiative solle nun möglichst schnell eine gemeinsame Verhandlungsposition erarbeitet werden. Für den Landkreis Ostallgäu, der auf den Fahrradtourismus großen Wert lege, sei die pauschalierte Abrechnung mit der Bahn eine wichtige Sache.

Toni Vogler, Vorsitzender des Regionalen Planungsverbandes, machte gestern ebenfalls seinem Ärger Luft: 'Das schlägt dem Fass den Boden aus.' Ähnlich wie Fleschut hätte er nach eigenen Worten Verständnis gezeigt, wenn die Bahn eine moderate Erhöhung der Pauschale gefordert hätte. 'Diese Forderung aber ist - auf deutsch gesagt - eine Unverschämtheit', so der Planungsverbands-Chef. Das Thema solle nun in der nächsten Verbands-Sitzung behandelt werden. Auch der Bayerische Gemeindetag werde eingeschaltet.

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