Gesundheitstag
Fachleute geben in Stein Tipps gegen Atemwegserkrankungen bei Landwirten

Atemwegserkrankungen sind die zweithäufigste Berufskrankheit bei Landwirten. Die richtige Belüftung sowie regendichte Dächer und Wände im Stall können helfen, die Ausbreitung von Feuchtigkeit und in der Folge Schimmel zu vermeiden – und damit eine der Hauptursachen von Atemwegserkrankungen bei Landwirten. Sie sind die zweithäufigste Berufskrankheit dieser Personengruppe. Weit über 100 Erkrankte werden von der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft allein im Ober- und Ostallgäu betreut. Hinweise zur Prävention, aber auch zu Maßnahmen, wenn entsprechende Krankheitsbilder aufgetreten sind, standen im Mittelpunkt des ersten landwirtschaftlichen Gesundheitstages, zu dem der Landschaftspflege-Verband Oberallgäu-Kempten und die Allgäuer Streueverwertung nach Immenstadt-Stein eingeladen hatten.

Chronische Bronchitis, Asthma, Inhalationsfieber und die berüchtigte Farmerlunge sind vier Krankheiten, die Landwirte betreffen können. Die Ursache bei allen: Staub. Besonders schädigend ist der nicht sichtbare Feinstaub, der besonders tief in die Lunge eindringen kann.

Die ersten Anzeichen einer Erkrankung sind harmlos und ähneln einer Erkältung. 'Möglichst frühzeitig zum Arzt gehen', rät Bernd Mayr von der Berufsgenossenschaft und stellte den Landwirten eine Checkliste vor.

Feuchtigkeit, Wärme und wenig Licht sind der ideale Nährboden für Schimmelpilze, Bakterien und Milben. Genau dies finden die Erreger in vielen Ställen vor. Hier können vor allem technische Maßnahmen einen großen Effekt bewirken. Das Vermeiden von Verschmutzungen beim Schnitt hilft.

Aber auch die Trocknung in Trocknungsanlagen ist sinnvoll: 'Hier hat der Pilz keine Chance, sich zu entwickeln', so Mayr. Sein Rat: Sichtbar von Pilzen oder Schimmel befallene Streue, Raufutter oder Einstreu solle entsorgt werden.

Zudem helfe eine Trennung zwischen Stall- und Wohnbereichs-Kleidung: 'Ansonsten tragen Sie die Verursacher in Ihre Wohnung'. Sinnvoll sei das Arbeiten mit Atemschutzmasken – um zu verhindern, mit einem schweren Atemschutzgerät arbeiten oder den Beruf aufgeben zu müssen.

Ebenso Thema beim Gesundheitstag waren Zecken als Überträger von FSME und Borreliose: Nur gegen FSME sei eine Impfung möglich, so Michael Miller, ebenfalls von der Berufsgenossenschaft. Für die Behandlung der Borreliose sei eine frühzeitige Erkennung wichtig.

Daher solle nach Arbeiten im Freien stets eine Zeckenkontrolle am ganzen Körper stattfinden. Präventiv helfe das Eincremen mit Insektenabwehrmitteln und eine geschlossene, eng anliegende Kleidung. In jedem Fall solle bei einer Rötung sofort ein Arzt aufgesucht werden.

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