Fachchinesisch im besten Sinn

Fischen | oh | Seine Grundausbildung in traditioneller chinesischer Medizin (TCM) in Deutschland zu absolvieren, selbst wenn eine zugewanderte Chinesin die Lehrstunden hält, ist das eine. Heilpraktikerin Melanie van der Borg aus Fischen, die seit Dezember 2004 eine Naturheilpraxis in ihrem Heimatort betreibt, unterzog sich diesen Lektionen. Aber die 35-Jährige wollte auch die fernöstlichen Heilmethoden direkt an Ort und Stelle studieren. So hielt sie sich zwei Monate in der chinesischen Sechs-Millionen-Stadt Hangzhou auf, 200 Kilometer südöstlich von Shanghai gelegen.

Die Heilpraktikerin hatte sich vor ihrer Chinareise schon zwei Jahre lang in der chinesischen Kräutermedizin umgetan, die einen Schwerpunkt der traditionellen Medizin des Landes bildet. Auch Akupunktur unter Einsatz von Beifußkraut, die Methode des Schröpfens und eine bestimmte Art von Massage waren ihr vor der Reise nach Fernost nicht fremd. Doch an der Zhejiang-Universität und in den Krankenhäusern der Millionenstadt Hangzhou konnte Melanie van der Borg ihre Kenntnisse vertiefen, wie sie selbst darlegt.

Die richtigen Kräuter ließen Geschwulste schrumpfen

Acht Stunden täglich begleitete sie Ärzte der Fachrichtungen Innere Medizin, Gynäkologie und Kinderheilkunde. Dabei lernte die Oberallgäuerin, wie die seit 2000 Jahren erfolgreich angewendeten Rezepte auf das Krankheitsbild eines jeden einzelnen Patienten abgestimmt werden. Ihr imponierte, wie stark die chinesischen Schulmediziner die traditionellen Heilmethoden einbeziehen. So konnte Melanie van der Borg auf Ultraschallbildern von Patientinnen beobachten, wie zum Beispiel Geschwulste im Unterleib durch eine wirksame Kräutertherapie kleiner und kleiner wurden oder gar ganz verschwanden.

In der chinesischen Medizin werden nicht nur die Auswirkungen einer Krankheit, sondern auch die wahren Ursachen bekämpft - etwa eine angeborene Schwäche, jahrelanges Fehlverhalten in der Ernährung, unterdrückte Emotionen oder ungünstige klimatische Bedingungen.

Einen Arztbesuch in China müsse man sich so vorstellen, sagt van der Borg: Der Patient, der zusammen mit mehreren Familienmitgliedern erscheint, schildert seine Krankengeschichte nicht nur dem behandelnden Arzt, anwesenden Medizinstudenten und den eigenen Verwandten, sondern sogar den anderen Patienten im Wartezimmer. So kann es viele Zwischenfragen geben.

Van der Borg, die schon als Kind in der Familie die erstaunliche Wirkung von Hausmitteln und Kräutern kennengelernt hatte, weiß schon jetzt: 'Es wird nicht mein letzter Besuch in China gewesen sein.'

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