Oberallgäu / Lindau
Experten: Holzhackschnitzel könnten knapp werden

Holzhackschnitzel werden als Brennstoff im Oberallgäu immer beliebter - doch der Rohstoff könnte bald knapp werden. Das befürchten jedenfalls Experten, die bei einer Informationsveranstaltung des Landtagsabgeordneten Leopold Herz (Freie Wähler) in Oberstaufen anwesend waren. Der Grund: Die Hackschnitzel-Heizkraftwerke in der Region werden erweitert oder mehren sich. Doch etwa die Hälfte der Waldbesitzer der Region Oberallgäu und Lindau bewirtschafteten ihre Flächen nicht oder nicht ausreichend.

Das Holz sei vorhanden, könne aber nicht genutzt werden - so entsteht laut Roman Prestele von der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Oberallgäu die Knappheit. Immenstadts Forstamtsdirektor Ludwig Geitner mahnte: «Bei den 52000 Hektar bewirtschafteten Waldflächen in den Kreisen Oberallgäu und Lindau sind wir bei der Nutzungsgrenze für Hackschnitzel angelangt.» Immenstadt, Sonthofen, Oberstaufen, Buchenberg und Scheidegg haben sich bereits Hackschnitzel-Heizkraftwerke zugelegt. Sie verschlingen zusammen 105000 Schüttraummeter (SRm). 125000 SRm würden aber benötigt, sobald Oberstaufen sein Heizwerk noch in diesem Jahr erweitert habe.

Die Lösung: Bei den insgesamt etwa 10000 Waldbesitzern in der Region sieht Geitner noch ungenutzte Potenziale. Knapp die Hälfte verwerte ihr Holz nicht am Markt. Sei es, weil sie nur ihren Eigenbedarf decken, oder sich gar nicht um ihre Waldfläche kümmern. Und dabei sagt der Straubinger Rohstoff-Experte Christian Letalik bei der Veranstaltung in Oberstaufen für Biomasse einen Boom in den nächsten 20 Jahren voraus. Letalik empfahl, auch Abfall- und Reststoffe energetisch zu nutzen.

Verordnung überarbeiten

Vertreter von Holzverwertern beklagten dabei die Gesetzeslage, die nur auf die Waldnutzung zugeschnitten sei. So meinte Paul Schaad, Ingenieur aus Sonthofen: «Das Erneuerbare-Energien-Gesetz und die Biomasse-Verordnung gehören überarbeitet.

» Gewünscht werde umfassendere Förderung der Holzverwertung, etwa von Landschaftspflegeabfällen und Rinde aus Sägewerken. Für Roman Prestele von der FBG Oberallgäu blieb aber das vorrangige Thema die Waldbesitzer zu mobilisieren, ihre Besitzungen «durchzupflegen», denn «dann haben wir genügend Biomasse.»

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