Lesung
Ex-Mister Tagesthemen kommt nach Memmingen

Tokio, Heidelberg, Paris, Connecticut, Washington, Paris, New York: Lebensstationen des Journalisten Ulrich Wickert, der für viele auch heute einfach nur 'Mister Tagesthemen' ist. In den Augen anderer ist er sogar so etwas wie eine TV-Legende, ohne dessen lang gezogenes 'Geruuuuuuhsame Nacht' ein sorgenfreies Einschlafen nur äußerst schwer fällt. Wickert moderiert schon eine ganze Weile nicht mehr die Tagesthemen.

Ende August 2006 war Schluss damit. Ulrich Wickert ist ein Ruheständler, der in vier Wochen seinen 70. Geburtstag feiert.

Na ja, was heißt Ruheständler? Als Moderator einer Nachrichtensendung – gut, das schon. Aber ansonsten findet man im Leben eines Diplomaten-Sohnes, der in Tokio das Licht dieser Welt erblickte und nun in Hamburg lebt, rein gar nichts, was an einen Pensionär erinnern würde.

Oder ist es etwa an der Tagesordnung, dass man als 69-Jähriger nochmals Vater wird und sich die Nächte um die Ohren schlägt, wenn das Neugeborene um 2 oder 3 Uhr Hunger oder das Bedürfnis bekommt, in den Arm genommen zu werden? Ulrich Wickert hat, zusammen mit seiner Frau Julia Jäkel, 41, in diesem Fall sogar beide Hände voll zu tun: Seit diesem Jahr sind die Beiden stolze Eltern von Zwillingen.

Kommissar Jacques Ricou ermittelte schon vier Mal

Der Terminkalender Wickerts ist auch nach seinem Ausscheiden bei der ARD gut gefüllt. Zum Beispiel mit Lesungen aus seinen zahlreichen Büchern. Immer wieder setzt er sich an den Schreibtisch und füllt zahlreiche Buchseiten. Selbst jene von Kriminalromanen. 'Weil ich Krimis einfach mag', wie der Journalist bekennt.

Die tragen Titel wie 'Der Richter aus Paris', 'Der nützliche Freund', 'Das achte Paradies' oder 'Die Wüstenkönigin'. Ulrich Wickert schickt dabei einen Kommissar namens Jacques Ricou auf Verbrecherjagd, und schon die Wahl dieser Figur verrät Wickerts große Liebe zu Frankreich.

Zuletzt allerdings hat er ein Buch mit wahren Begebenheiten geschrieben. 'Neugier und Übermut' heißt es, und darin setzt er sich mit dem auseinander, das ihn schon immer fasziniert hat: mit anderen Menschen, denen er in seinem Arbeitsleben zuhauf begegnet ist.

Er erzählt Geschichten von Agenten, Attentätern, Käsehändlern, Mördern, Philosophen, Präsidenten, Psychiatern und Revolutionären. Am Montag, 5. November (20 Uhr), kommt er mit seinem neuen Werk nach Memmingen – in die Buchhandlung Osiander.

Ulrich Wickert hat viele Menschen kennengelernt. Auch prominente Politiker.

Bill Clinton beschreibt er als eine 'sehr faszinierende Figur', Francois Mitterand als Mann 'mit Ausstrahlung' und Gerhard Schröder als 'mutigen und wichtigen Politiker, der privat die wunderbarsten Geschichten erzählen kann.' Dort wo Macht, Geld und Ruhm zu Hause sind, ist Wickert oft mit seinem Kamerateam aufgetaucht. Und hat sich vermutlich seine eigenen Gedanken dazu gemacht.

Denn Wickert hält heute auch Vorträge zu Themen wie 'Werte im Wandel' oder 'Ethik in Beruf und Wirtschaft' und sagt Sätze wie: 'Geld ist nicht der Sinn des Lebens.' Oder diesen: 'Ein Vorbild-Manager ist der Boss von Airbus, Louis Gallois. Er spendet die Hälfte seines Gehalts und verzichtet auf Firmenjet und Chauffeur.'

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen