Allgäu
«Etwas stressig, aber es gefällt uns ganz gut»

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«Turbo-Abitur» wird das achtjährige Gymnasium (G8) auch genannt. Es ist ein ständiges Thema bei Bildungsexperten. Aber wie empfinden Schüler eigentlich Schüler selbst das achtjährige Gymnasium? Mit einer Artikelserie begleiten wir Sechstklässler des Marianums in Buxheim, die im vergangenen Jahr mit dem G8 gestartet sind.

Memmingen/Buxheim Lara, Teresa, Cornelius und Felix gehen gern in die Schule. Im vergangenen Jahr sind sie von der Grundschule auf das achtjährige Gymnasium gewechselt - in die Ganztagsklasse. Der Sprung auf die weiterführende Schule war für alle aber nicht ganz einfach.

«Ich habe die ersten Monate oft zu Hause gesessen und geweint», erzählt Lara, «denn ich wusste nicht, ob ich das schaffe.» Dann fügt sie hinzu: «Aber wir haben uns alle durchbeißen müssen.»

«Es war ziemlich stressig», sagt Cornelius. Früher hatte er nur einmal in der Woche Nachmittagsunterricht. Das hat sich grundlegend geändert. Nach fünf Stunden Unterricht folgen täglich Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung, Intensivierungskurse und Freizeit. Auch Felix hat sich in der fünften Klasse «ein bis zwei Noten verschlechtert».

Durch intensives Lernen und tägliches Wiederholen des Unterrichtsstoffs schreibe er inzwischen aber wieder gute Noten.

«Fleiß und Durchhaltevermögen sind ganz wichtig», weiß Klassenlehrerin Gabriele Dietrich-Seitz. Sie betont: «Die Schüler des G8 müssen nicht begabter sein als früher, sondern fleißiger.» Denn die Stofffülle sei geblieben, die Lernzeit habe sich verkürzt.

Aber trotz des vollgepackten Stundenplans kommen die Freizeitaktivitäten bei den Sechstklässlern nicht zu kurz. Egal, ob Handballverein, Malteserjugend, Voltigieren, Tennis oder Querflöte spielen - «die Hobbys lassen sich gut mit der Schule vereinbaren», sagt Teresa.

Hausaufgaben, Vokabeltraining und Lernstoff pauken - all das machen Lara, Teresa, Cornelius und Felix in der Schule und mit der ganzen Klasse. Abends wiederholen sie die täglichen Aufgaben. «Das klappt ganz gut», erzählt Teresa. Trotzdem gebe es Klassenkameraden, die in manchen Fächern auf der Strecke blieben - gerade in Latein. «Das hängt wohl auch mit dem G8 zusammen», vermutet Felix.

«Denn früher wurden die Themen langsamer durchgenommen und man hatte mehr Zeit zum Üben», fährt er fort. Außerdem wählte man erst in der siebten Klasse die zweite Fremdsprache. Bei G8-Schülern ist es bereits in der sechsten Klasse soweit.

«Aber auch wenn das G8 etwas stressig ist, gefällt es uns ganz gut», betont Cornelius. Außerdem sei es cool, ein Jahr weniger in die Schule zu gehen, ergänzt Felix. Lehrerin Dietrich-Seitz unterstreicht: «Das G8 ist zwar kein Spaziergang, aber auch kein Schreckgespenst.»

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