Weiler-Simmerberg
Essenszuschuss für Finanzschwache

«Es kann nicht sein, dass es bereits am Mittagstisch eine Zwei- oder Dreiklassengesellschaft gibt», brachte Gemeinderat Joachim Zwerger (CSU) das Ergebnis der Diskussion auf den Punkt. Einstimmig hat der Gemeinderat Weiler-Simmerberg beschlossen, dass sich die Marktgemeinde an einem neuen Konzept des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen beteiligt. Dessen Ziel ist es, Schülern aus finanziell bedürftigen Familien die Teilnahme an der Mittagsverpflegung in der Schule zu ermöglichen. Demnach hätte Weiler-Simmerberg einen Zuschuss in Höhe von etwa 6000 Euro zu zahlen. Da die Volksschule Weiler auch von Schülern anderer Orte besucht wird, soll der Betrag anteilsmäßig auf die entsprechenden Gemeinden umgelegt werden.

Hauptamtsleiterin Ingrid Rupprecht informierte die Gemeinderäte über die Rahmenbedingungen. Einen Antrag auf finanzielle Unterstützung können Schüler stellen, deren Eltern beispielsweise Hartz-IV-Empfänger sind, Bezieher von Kinderzuschlag sind oder sich durch hohe Verschuldung oder einen Todesfall in einem finanziellen Engpass befinden. Laut Auskunft von Schulsozialarbeiter Peter Kramer gibt es an der Volksschule Weiler etwa 30 Schüler (von der 1. bis 6. Klasse), die infrage kämen. Bei 200 Euro pro Person und Schuljahr wären dies etwa 6000 Euro Eigenanteil für die Gemeinde. Die gleiche Summe steuert der Freistaat hinzu.

Zu Beginn des neuen Schuljahres soll der Bedarf an der Volksschule abgefragt werden. Die entsprechenden Anträge werden von der Gemeinde geprüft und müssen bis 16. Oktober bei der Regierung von Schwaben eingegangen sein. Es bleiben nach den Ferien also vier Wochen Zeit. Wie viele Anträge tatsächlich eingehen werden, vermag Rupprecht nicht vorherzusagen. Die Zahl 30 basiert nur auf einer Schätzung. «Es kann auch sein, dass sich keiner meldet», sagt sie.

Trotz Anforderung sind vom Landratsamt und der ARGE aus Datenschutzgründen keine Zahlen an die Gemeinde weitergegeben worden. Eine Tatsache, die die SPD-Gemeinderäte Gerd Ilg und Michael Götz nicht nachvollziehen konnten. «Wir wollen keine Namen, sondern nur eine nackte Zahl als Entscheidungsgrundlage», monierte Götz. Es sei schade, dass die Behörden die Gemeinde hier nicht unterstützen.

In diesem Zusammenhang gab Gerd Ilg zu bedenken, man sollte sich Gedanken über die Zusammensetzung des Speiseplans machen. «Es gibt meist tiefgekühlte Sachen», gab er zu bedenken. Möglicherweise könnten künftig frisch zubereitete und gesunde Gerichte den Kindern schmackhaft gemacht werden.

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