Memmingen
«Es wurde viel Herzblut investiert»

Zum bevorstehenden 80. Geburtstag der Josefskirche hat sich die katholische Pfarrei etwas Besonderes einfallen lassen: Sie ließ eigens eine Schokolade kreieren. Die «St. Josef Schokolade» wird ab kommenden Sonntag verkauft und soll dabei helfen, die «dringend notwendige Westfassaden-Sanierung unserer Kirche zu finanzieren», sagt Dekan Siegbert G. Schindele. Zugleich betont er: Obwohl das Gotteshaus vor 80 Jahren erbaut wurde, hat man an der Außenfassade bislang nichts verändert.

Wie Schindele berichtet, war die römisch-katholische Gemeinde um die Jahrhundertwende stark angewachsen. So gründeten 25 Männer bereits im Jahr 1907 den «Verein zur Förderung der Erbauung einer neuen katholischen Kirche in Memmingen». In Zeiten der Inflation konnte dann zwar der Bauplatz an der Bismarckstraße gerettet werden, das Bargeld von über 100000 Mark war hingegen nichts mehr wert. Dennoch griff Stadtpfarrer Josef Schmid 1921 den Plan eines Kirchenneubaus wieder auf. Am 9. August 1927 erfolgte schließlich der erste Spatenstich. Zwei Jahre später wurde das neue Gotteshaus feierlich eingeweiht.

«Dabei muss man bedenken, unter welch widrigen Umständen und großen Opfern St. Josef gebaut und wie viel Herzblut damals investiert wurde», so der Dekan. «Das Gebäude im Bauhausstil kennt jeder in unserer Stadt», schwärmt Schindele. Gotteshäuser dieser Art gebe es sehr wenige in Deutschland. Die Kirche wurde damals auf einer grünen Wiese vor der Stadtmauer errichtet. «Außer der Bismarckschule, dem Amtsgericht und einigen Villen gab es dort keine Häuser», betont der Dekan. Die Ausführungen des Kirchenbaus lag in den Händen der Memminger Baufirma Josef Hebel.

Innenraum renoviert

Laut Schindele wurde der 100 Meter lange und 27 Meter breite Innenraum von St. Josef Ende der 1960er Jahre umgebaut. In den brachliegenden Räumen um den Chor auf der Nord- und Ostseite der Kirche entstand ein Pfarrsaal. 1975 gestaltete man die Krypta der Pfarrkirche zu einem Pfarrzentrum um, das mit dem Pfarrsaal durch eine wuchtige Treppe verbunden ist.

Zum 50-jährigen Bestehen des Gotteshauses wurde von 1978 bis 1980 in der Mitte der Kirche eine Altarinsel und darauf ein neuer Volksaltar errichtet. Die Marienkapelle ist seit dieser Zeit ein Gebets- und Meditationsraum für Gruppen. «Die Menschen ändern sich, deshalb darf die Kirche nicht stehen bleiben», so der Dekan.

Feier Zum 80. Geburtstag der Memminger Josefskirche veranstaltet die Pfarrgemeinde am Sonntag, 11. Oktober, um 19 Uhr einen Festgottesdienst mit musikalischen Darbietungen. Unter anderem wir die Harmoniemesse von Joseph Haydn aufgeführt.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen