Es war so schlimm wie den ganzen Winter nicht

von Kerstin Pätzold | Kempten/Oberallgäu Durchdrehende Reifen, zickzack fahrende Autos, querstehende Lkw und Busse, die - zur Sicherheit - nicht viel schneller als Schrittgeschwindigkeit fuhren. So ging es gestern in der Früh auf Kemptener und Oberallgäuer Straßen zu (siehe auch Allgäu Rundschau). Rund 25 Zentimeter Neuschnee hatten das Allgäu über Nacht erneut in eine Winterlandschaft verwandelt und teilweise für Verkehrschaos gesorgt. Viele Schüler und Berufstätige kamen verspätet zum Unterricht oder in die Arbeit.

'Ich bin gar nicht mehr vom Telefon weggekommen', berichtet Heidi Renz, Sekretärin in der Staatlichen Realschule in Kempten. Viele Eltern hätten ihre Kinder aufgrund der chaotischen Straßenverhältnisse entschuldigt. Schüler aus Bodelsberg, Moosbach, Petersthal und Maria-Rain, aber auch aus Wiggensbach, Altusried und Heising, die mit Bussen zur Schule kommen, seien zum Teil erst gegen zehn Uhr in Kempten eingetroffen.

Mit Sommerreifen unterwegs

'Es war katastrophal, so schlimm wie den ganzen Winter nicht', sagt die Sekretärin. Auch an den Kemptener Gymnasien kamen die Schüler entweder verspätet oder gar nicht zum Unterricht. Kein Wunder, meint Michael Bechteler, Betriebsleiter beim Busunternehmen Haslach, seien doch gestern morgen 'alle möglichen Faktoren zusammengekommen'. Nicht nur der Winterdienst sei aufgrund der Schneemassen 'einfach überfordert' gewesen, sondern auch viele Autofahrer, die zum Teil schon mit Sommerreifen unterwegs gewesen seien. Deswegen hätten sich alle rund 30 eingesetzten Haslach-Busse durch verstopfte Straßen kämpfen müssen: 'Es lief nichts planmäßig', gibt Bechteler zu.

Eine Stunde statt - wie üblich - zwanzig Minuten von Thingers nach Leubas war eine Kemptenerin morgens unterwegs: 'Egal wo, der Mittlere Ring war überall verstopft', erzählt sie. Vor allem dort, wo Steigungen sind, seien viele Pkw und Lkw liegengeblieben.

Die Oberallgäuerin Sibylle Schoeler berichtet, dass auf der Autobahn von Dietmannsried Richtung Kempten nicht schneller als 40 Stundenkilometer gefahren werden konnte. 'Und ab der Ausfahrt Leubas war Stau Richtung Innenstadt', erzählt die 39-Jährige. Selbst auf dem Rückweg - gegen neun Uhr - seien die Autos vom Berliner Platz bis nach Haldenwang Stoßstange an Stoßstange gestanden: 'So etwas habe ich selten erlebt.'

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