Es ist eine besondere Ehre und macht mich stolz

Waltenhofen | fro | Während der ehemalige NHL-Profi und jetzige Bundestrainer Uwe Krupp noch darüber grübelt, wie die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft möglichst gut abschneiden kann, hat Werner Wiedmann einen Vorteil: Mit gutem Abschneiden hat er Erfahrung: Der 42-Jährige aus Waltenhofen gehört der Nationalmannschaft der Gehörlosen an und sicherte sich 2004 die Bronze-Medaille bei der Europameisterschaft in Füssen. 'Mitglied in der Nationalmannschaft zu sein, ist eine besondere Ehre und macht mich stolz', sagt Wiedmann.

Seine Karriere auf dem Eis begann erst 1999, aber ging danach steil bergauf: Schon 2000 stand er im Aufgebot der Nationalmannschaft für Gehörlose zur EM in Italien und gehörte seitdem zu WM-, EM- und Olympia-Kadern. Bronze 2003 vor heimischer Kulisse freut ihn besonders: 'Das war eine super Veranstaltung.' Auch Vater Adolf Wiedmann war begeistert: 'Ich bin selber Eishockey-Fan. Deshalb haben wir Werner unterstützt. So eine Chance erhält man nicht zweimal.'

Per Blinklicht geleitet

Bei den Turnieren werden die Spieler durch Blinklichter geleitet, da den Gehörlosen die Schiedsrichter umsonst hinterher pfeifen würden. Das reiche zur Verständigung aus, so Werner Wiedmann. Fit hält sich er sich in einer Hobby-Mannschaft in Kempten und mit Trainigslagern der Nationalmannschaft.

Dabei wurde sein Handicap erst entdeckt, als Werner Wiedmann sechs Jahre alt war. Zu 80 Prozent hörbehindert lautete die Diagnose - damit gilt er als gehörlos. Seit dem achten Lebensjahr wurde er deshalb in einer Gehörlosenschule unterrichtet. Doch wie jeder Bub fand er Gefallen am Fußball: Er spielte bei den Gehörlosen-Sportvereinen in Ulm, Bodensee und Augsburg. Dort wurde er einmal deutscher und achtmal bayerischer Meister, bevor er zum Eishockey kam.

Nebenbei schulte er vom KFZ- zum Zweiradmechaniker um. Er kam über seinen Chef Stefan Müller, der zu Deutschlands besten Enduro-Fahrern gehört, zum Motorradsport. Kürzlich fuhr er mit einer Motocross-Maschine in seinem ersten Hobby-Rennen über die Piste. Allerdings hatte Wiedmann eine Art Vorbildung: Sowohl der Vater als auch der Bruder fuhren Motocross.

Probleme mit seiner Behinderung hat Wiedmann kaum: 'Ich habe mich daran gewöhnt und es hat mir nie größere Probleme bereitet', sagt er. Kleinere Probleme habe er nur beim telefonieren und in Gesprächen vor einem akustischen Hintergrundpegel. Und wenn er doch mal etwas zum Beispiel vom Chef überhört? 'Es ist nicht immer zum Nachteil, wenn man nicht alles hört', so Wiedmann verschmitzt.

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