Weiler / Stuttgart
«Es ist ein irres Gefühl»

Mittendrin statt nur dabei war Lothar Jander bei der Tischtennis-EM in Stuttgart. Der 42-Jährige aus Weiler war einer von 90 Schiedsrichtern, die der europäischen Elite auf die Finger und Schläger geschaut haben. Der aktive Landesligaspieler blickt zurück auf:

Die Stimmung: «Die Atmosphäre in der Porsche-Arena war eigentlich immer toll. Beim Mannschaftsfinale am Mittwoch und am Finalwochenende war es echt fantastisch. Am Samstag war ich als Schiedsrichter in der Porsche-Arena. Es ist ein irres Gefühl, wenn die Welle durch die Halle geht», berichtet Jander. Die 2006 eingeweihte Multifunktionshalle fasst bis zu 7500 Zuschauer. Allerdings habe die Stimmung in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle, dem zweiten Austragungsort, etwas gelitten, «da sich das Zuschauerinteresse doch stark auf die Porsche-Arena konzentriert hat, obwohl auch hier hochklassiger Sport geboten wurde».

Seine Einsätze: «Es waren auf alle Fälle eine Menge. An einem Tag hatte ich zehn Einsätze am Tisch und war noch dreimal als Reserve eingeteilt», fasst Jander zusammen. Spannend seien das dreistündige Duell zwischen Italien und Portugal und das Spiel der kroatischen Frauen gegen die Ukraine gewesen. «Die ukrainische Mannschaft ist auch häufig im gleichen Shuttlebus wie die Schiedsrichter mitgefahren», berichtet Jander.

Seinen persönlichen Höhepunkt: Der Einsatz als Assistent beim Viertelfinale vor «fast vollem Haus» in der Porsche-Arena zwischen dem späteren österreichischen Vizeeuropameister Werner Schlager und dem Weißrussen Wladimir Samsonow (4:3). Damit hätte Jander nicht unbedingt gerechnet. «Ich bin da noch nicht so lange als internationaler Schiedsrichter tätig und habe kein ,Anrecht auf Finalspiele», sagt er.

Das Abschneiden der Deutschen: «Im Moment ist das deutsche Herrenteam mit Timo Boll eigentlich von keiner Mannschaft in Europa zu schlagen. Sie wurde verdient Europameister, obwohl sie durchaus nicht immer glänzte», findet Jander. Den fünften Platz der Frauen beurteilt er als «sehr gut». Beeindruckt hat ihn die deutsche Einzeleuropameisterin Wu Jiaduo (32). «Sie ist eigentlich eine sehr nette Persönlichkeit, mit der ich bei einem Trainingscamp in Grenzau auch schon mal ein paar Worte wechseln konnte», erzählt Jander.

Der einzige kleine Wermutstropfen: Durch seine Einsätze als Schiedsrichter hat Jander die EM nicht so intensiv verfolgen können wie ein normaler Fan. «Die einzelnen Ergebnisse habe ich mir noch nicht ansehen können. Vor Ort ist man als Schiedsrichter mit anderen Dingen beschäftigt und man bekommt von den anderen Spielen nicht alles mit», bedauert er.

Dafür war der Weilerer hautnah mit dabei - ein Erlebnis, um das ihn viele Tischtennisfreunde sicher beneiden.

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