Memmingen
«Es ist ein erhebendes Gefühl»

Zunächst war es für ihn «wie ein Schlag ins Gesicht». Das war vor rund drei Wochen, als Andreas Funke von den Verantwortlichen des Fischertagsvereins gefragt wurde, ob er sich vorstellen könnte, der neue Mundschenk zu werden. Edmund Güttler, der das prestigeträchtige Amt seit 1995 bekleidete, hatte sich aus privaten Gründen zurückgezogen. «Ich habe eine Nacht darüber geschlafen und dann zugesagt. Denn es ist eine große Ehre, wenn einem dieser wichtige Job angeboten wird», erzählte der 45-Jährige am Samstagmittag in der Stadionhalle - unmittelbar nach seinem ersten Krönungsfrühschoppen in der neuen Rolle.

«Man bekommt eine Gänsehaut»

«Es ist ein erhebendes Gefühl. Man bekommt wirklich eine Gänsehaut, wenn man rechts neben dem Fischerkönig am Birkenthron steht und auf die riesige Besuchermasse schaut», sagte der Elektromeister, der in Eisenburg lebt. Besonders nervös sei er am Samstagmorgen eigentlich gar nicht mehr gewesen - im Gegensatz zum Anfang der Woche, als er schon noch ordentlich Lampenfieber gehabt habe, gestand Funke.

Dass er nicht das große Flattern bekam, hängt damit zusammen, dass der neue Mundschenk ein «Fischertägler des Herzens» ist. Mit diesen Worten beschreibt ihn sein Freund Bernd Reuter, der seit 1994 Truchsess ist, also gewissermaßen die linke Hand des Fischerkönigs.

Reuter war es auch, der seinen Kumpel als Nachfolger von Güttler vorschlug. Die endgültige Entscheidung habe dann der Vorstand des Vereins getroffen, betonte Reuter nach dem Krönungsfrühschoppen. «Ich denke, dass wir beide einfach gut zusammenpassen und uns gut verstehen», unterstrich der Truchsess. Auch er sprach von einer überaus gelungenen Premiere seines neuen Kollegen am Birkenthron. «Wir haben jedenfalls keine Klagen gehört», scherzte Reuter.

Dass sich Funke, der verheiratet ist und zwei Kinder hat, in seiner neuen Position am Memminger «Nationalfeiertag» auf Anhieb gut zurechtfand, hat mit seiner Erfahrung zu tun: Denn er ist seit rund 30 Jahren Mitglied des Fischertagsvereins und seit 20 Jahren bei den Landsknechten. Und Stadtbachfischer ist er selbstverständlich auch. Obwohl seine Zeit am Samstag knapp bemessen war, juckte er trotzdem wie immer an der Schrannenbruck in den Bach.

Schließlich zappelten sogar zwei Forellen in seinem Bären. «Am Fischertag bin ich noch nie leer ausgegangen», sagte er stolz.

Wie Truchsess Reuter träumt auch Funke den großen Memminger Traum: «Natürlich würden wir wahnsinnig gerne mal Fischerkönig werden», betonten die beiden Freunde. Und das wäre noch nicht einmal ein Problem: «Denn für den Fall der Fälle stünde ein Ersatz für uns parat.»

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen