Füssen
Es gilt das Prinzip Hoffnung

Hat er oder hat er nicht? Diese Frage stellten sich etliche der rund 150 Besucher des CSU-Neujahrsempfangs im Festspielhaus. Um es vorweg zu sagen: Dr. Peter Ramsauer, der frischgebackene Bundesverkehrsminister und Festredner, hatte keine Neuigkeiten zum Bau der Füssener Umfahrung im Gepäck. «Ich will sie nicht entmutigen, wir bleiben dran», versprach der 55-jährige Oberbayer.

Er machte aber auch klar, dass die derzeitige Einstufung in den «weiteren Bedarf» keine zeitnahe Umsetzung ermögliche. Der «Hoffnungsschimmer» für Füssen, so Ramsauer: Der Bedarfsplan für den Fernstraßenbau werde bis Sommer neu bewertet - und dabei könne die Umfahrung möglicherweise in der Dringlichkeit nach vorn rutschen. Schließlich seien die rund 13000 Fahrzeuge pro Tag in der Augsburger Straße «kein Pappenstil», sondern eine «gewaltige Belastung».

Bei seinem 45-minütigen Streifzug durch die Bundespolitik sorgte der Festredner für manchen Lacher. Etwa mit der Erklärung, dass laut Richterspruch für eine Fledermaus-Überflughilfe an Autobahnen an trächtigen Flugtieren Maß zu nehmen sei. Bei allem Verständnis für Tiere und Landschaft zweifelte er hier bei der Abwägung mit menschlichen Belangen mitunter die «richtige Gewichtung» an.

Die gestellten Aufgaben in seinem Ministerium werde er «entschlossen angehen», versprach er. Dabei nütze er als «treuer Bayer» Spielräume, ohne andere Regionen zu kurz kommen zu lassen. Seinen teils heftig kritisierten Vorstoß, mehr Mittel in die Infrastruktur der alten Länder zu stecken, verteidigte Ramsauer energisch: «Wir haben hier 20 Jahre Nachholbedarf - der muss Stück für Stück abgearbeitet werden», betonte er. Auch der dringend nötige Schienenausbau und die überfällige Qualitätsoffensive bei der Bahn waren Thema.

Doch auch außerhalb seines Ressorts hatte der eloquente Oberbayer eine profilierte Meinung: Dass es Spitzenmedizin nicht zum Nulltarif gebe etwa.

Oder dass ein Gigant wie Opel vom Staat nicht besser gestellt werden dürfe als ein Mittelständler - zumal die Gelder für Bürgschaften «nicht aus der Zauberkiste, sondern vom Steuerzahler stammen».

Dr. Hans-Martin Beyer, der Vorsitzende der CSU Füssen-Hopfen-Weißensee, war sich am Ende mit Bundestagsabgeordnetem Stephan Stracke (er hatte großen Anteil daran, dass der Minister nach Füssen kam) einig: «Der große Aufwand hat sich gelohnt.» Das beweise allein die große Zahl jener Besucher, die ansonsten mit der CSU gar nichts am Hut habe.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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