Waal
«Es gibt nichts Spannenderes als die Holzbranche»

Eigentlich wäre er lieber in die Politik gegangen oder in der Sportbranche tätig geworden. Für diese zwei Bereiche interessierte sich Gunter Wintermeier schon als Jugendlicher. Aber die Eltern waren dagegen. Und so hat Wintermeier «was Gescheites» gelernt und ist vor einem halben Jahrhundert in der Holzbranche gelandet.

«Mein Beruf ist sicherlich zu meinem Hobby geworden», sagt der 68-Jährige. Und so verwundert es nicht, dass Wintermeier immer noch täglich zwölf Stunden an seinem Schreibtisch in den Holzwerken Waal sitzt. Während andere in diesem Alter sich schon aus dem Berufsleben zurückgezogen haben, denkt der Verkaufsleiter, der in Weseritz geboren ist und seit vielen Jahren mit seiner Frau Annelies in Buchloe wohnt, noch lange nicht an den wohlverdienten Ruhestand. Im Gegenteil: Sein Engagement ist ungebrochen. Vor Kurzem feierte Wintermeier sein 50. Dienstjubiläum in der Holzwirtschaft. Firmeninhaber Prinz Philipp Erwein von der Leyen ehrte den Jubilar in einer Feierstunde und bezeichnete Wintermeier als «Vorbild und Mentor» für Mitarbeiter.

«Die Kombination zwischen unbedingter Pflichterfüllung, Loyalität und Lebensfreude zeichnet Sie aus», hob von der Leyen die besonderen Stärken des Jubilars hervor. Er lobte aber auch das «große geschäftliche Talent, die Kollegialität und Leistungsbereitschaft».

Wintermeier war 38 Jahre lang in verschiedenen Holzbetrieben in Augsburg sowie im bayerisch-schwäbischen Raum tätig, bevor er 1997 nach Waal kam. Hier lieferte er die entscheidenden Impulse, um aus dem mittelständischen Sägewerk eine europaweit operierende Holzindustrie entstehen zu lassen. «Ich habe die Kundenstruktur neu aufgebaut», blickt der Jubilar zurück. «Es ist wichtig, dass man mehrere Standbeine hat und sich nicht zu sehr von einigen wenigen Kunden abhängig macht», betont Wintermeier.

«Mein Beruf macht mir Spaß», sagt der leidenschaftliche Skatspieler. «Es gibt nichts Spannenderes als die Holzbranche.» Zwischen 50 und 70 Lehrlinge hat Wintermeier während der vergangenen 50 Jahre ausgebildet. «Es ist eine Herausforderung für mich, junge Leute an das heranzuführen, was sie im späteren Leben brauchen», erklärt der Verkaufsleiter. Er versuche vor allem, Disziplin und Wissen zu vermitteln, indem er sich intensiv mit den Auszubildenden beschäftigt.

Für Wintermeier war seine Arbeit sogar «Therapie» während zweier schwerer Erkrankungen. «Natürlich habe ich mich auch schon mit dem Thema Rente auseinandergesetzt», gibt der 68-Jährige zu.

Aber gerade in schwierigen Zeiten wie nach dem Großbrand in den Sägewerken im Januar 2005 und der Weltwirtschaftskrise mit starken Umsatzeinbrüchen auch in der Holzbranche wollte und will Wintermeier mit seiner Routine und Erfahrung seinem Arbeitgeber voll zur Verfügung stehen.

«Wenn wieder etwas mehr Normalität einkehrt, möchte ich aber zumindest etwas kürzertreten», sagt der ehemalige aktive Fußballspieler. Seinen Nachfolger Alexander Schmid arbeitet er bereits seit einem Jahr ein.

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