Lindau/Westallgäu
«Es geht ums Überleben»

Die Lindauer Dornier streicht 112 Arbeitsplätze. 79 davon in den Werken in Lindau und Esseratsweiler. Das hat die Geschäftsführung auf Betriebsversammlungen bekannt gegeben. Grund sind dramatische Auftragsrückgänge bei den Webmaschinen.

«Es fällt uns nicht leicht. Wir sind seit Jahrzehnten in der Region verwurzelt. Aber es geht ums Überleben», sagt Peter D. Dornier, der geschäftsführende Gesellschafter der Lindauer Dornier (LD). 79 betriebsbedingte Kündigungen wird es in den nächsten Wochen in Lindau und Esseratsweiler geben, weitere 33 in Pfronten. Die Kündigungen ziehen sich durch alle Unternehmensbereiche. Insgesamt hatte die LD Ende Februar 1132 Arbeitsplätze. Außerdem gibt es bei der LD seit Wochen Kurzarbeit. Die Mitarbeiter, so Dornier, seien geschockt, auch wenn seit der Ankündigung von Stellenstreichungen im Dezember vielen klar gewesen sei, was komme. Der Auftragseinbruch im Bereich der Webmaschinen, so Dornier, sei dramatisch. «Wir bauen bewusst nicht in dem Maße ab, wie wir es nach Auftragslage tun müssten.» Hinzu komme der Preisdruck, der zunehmend schärfer werde.

Bislang stellte die LD pro Jahr etwa 1500 Webmaschinen her. Jetzt will man die Produktion auf 900 bis 1200 verringern und sich noch stärker auf Nischenmärkte konzentrieren. Man will, so Dornier, «kleiner aber feiner» werden. Ein Ende der Talsohle ist laut Dornier noch nicht abzusehen. Derzeit könne man auch noch keine Prognosen machen, ob und wann sich die Weltwirtschaft erhole. Die LD verkauft ihre Maschinen weltweit. Insofern setzt Dornier eine gewisse Hoffnung auf die neue Außenpolitik von US-Präsident Obama. Wenn sich die Lage im mittleren Osten beruhige, so Dornier, könne sich der dortige Markt erholen. Für die LD könne das eine Chance sein. Was die Märkte in China angeht, befürchtet er allerdings, «dass dort eine Zeitbombe schlummert».

Von dem Auftragseinbruch ist vor allem die Sparte Webmaschinen betroffen. Bei den Folienreckanlagen, die vor allem in Esseratsweiler hergestellt werden, sei die Lage besser. Zum Teil liege dies daran, dass die Projektdauer für eine solche Maschine erheblich länger sei. Die Aufträge, die jetzt bearbeitet werden, stammen noch aus der Zeit vor der Krise. Jetzt gehe es für das Unternehmen zunächst darum, so Dornier, am Leben zu bleiben. Sowohl Mitarbeiter als auch Kunden hätten ein großes Interesse daran, dass es auch künftig Dornier-Webmaschinen gibt. Um dies zu gewährleisten, seien die Kündigungen notwendig.

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