Kempten
Es fehlen Ingenieure, Gesellen, Meister und Techniker

Der Fachkräftemangel ist für die Mehrzahl der Allgäuer Unternehmen die größte Herausforderung für die Zukunft. Besonders betroffen sind Betriebe in der Metallverarbeitung und im Maschinenbau. Es fehlen jedoch nicht nur Ingenieure. Handwerksbetriebe suchen Facharbeiter, Gesellen und Meister. Und auch in der Berufsausbildung fehlen bereits qualifizierte Bewerber. In einer großen Initiative haben sich daher IHK, Allgäu Initiative, die Agentur für Arbeit, die Hochschule Kempten und die Handwerkskammer zusammengeschlossen, um dem Mangel an Fachkräften im Allgäu entgegenzuwirken.

Basis für künftige Verbesserungsansätze bildet eine Befragung von 362 Firmen aus dem Wirtschaftsraum Allgäu (die Städte Kaufbeuren und Kempten sowie die Landkreise Lindau, Ostallgäu und Oberallgäu). Die Umfrage machte deutlich: Der Mangel an Fachkräften entwickelt sich immer mehr zu einem «ernsten Engpass» für die Unternehmen, besonders für mittelgroße Firmen. «Die Grenzen des wirtschaftlichen Wachstums und des Erfolgs sind mit dem knapp gewordenen Potenzial an Fachkräften verknüpft», sagte der Vorsitzende der IHK-Regionalversammlung Kempten und Oberallgäu, Markus Brehm. Dies gelte im Allgäu besonders für die Ebene der Facharbeiter, Meister und Techniker. Allein im Metall- und Maschinenbau prognostizieren Unternehmen für die kommenden zwei Jahre einen Bedarf von über 400 Fachkräften.

Ausbildungsreife stärken

Auch etwa 50 Prozent der Handwerksbetriebe sind vom Fachkräftemangel betroffen. «In der Region werden zwei- bis dreimal so viele Facharbeiter, Gesellen und Meister gesucht wie Ingenieure», sagte der Kemptener Kreishandwerksmeister Hans-Peter Hartmann. Er forderte eine bessere Berufsorientierung sowie eine Stärkung der künftigen Mittelschulen, damit Schüler gut ausgebildet und vor allem «ausbildungsreif» die Schulen verlassen könnten. Von «schwierigeren Rahmenbedingungen auf dem Ausbildungsmarkt» sprach Jürgen Traut von der Kemptener Agentur für Arbeit. Bei der erwarteten demografischen Entwicklung gerate der Ausbildungsmarkt im Allgäu binnen zehn Jahren in eine kritische Situation. «Viele Ausbildungstellen werden mangels Bewerber unbesetzt bleiben.

» Als einen Grund für den Fachkräftemangel nannte Prof. Alfred Bauer vom Mittelstandsinstitut an der Hochschule Kempten eine «fehlende Vorbildung» und Unterqualifikation in den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Technik.

«Deshalb muss bei Kindern früh das Interesse für naturwissenschaftlich-technische Berufe geweckt werden», sagte Markus Brehm. Die Initiative zur Fachkräftesicherung empfiehlt daher unter anderem, das Kindergarten-Projekt «Haus der kleinen Forscher» des Landkreises Lindau nun auch allgäuweit umzusetzen. Zudem soll das Vorbild des Bildungsportals Ostallgäu auf das ganze Allgäu ausgeweitet werden. Auch die Berufsorientierung von Jugendlichen soll gestärkt werden. «Häufig kennen sie nur wenige Berufe, obwohl im Allgäu in weit mehr als 100 Berufen ausgebildet wird.

Das muss sich ändern», sagte der Vorsitzende der Allgäu Initiative, Gebhard Kaiser.

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