Besucherandrang
Es brummte nur so

Der Tag danach. Heute, verrät Annett Lukas, heißt es erst einmal ausspannen. Kein Wunder, ist es doch für die Geschäftsführerin des City-Managements spät geworden - und sie hatte alle Hände voll zu tun. Schließlich gab es am Samstag gleich drei wichtige Ereignisse, die zigtausende Menschen in Kemptens Innenstadt lockten: die Eröffnung des Weihnachtsmarkts und des Mühlbachquartiers sowie das Mitternachts-Shopping. «Aber», sagt Annett Lukas und die Begeisterung ist ihr anzuhören: «Ich hätte es kaum zu träumen gewagt, dass der Anklang so groß wird.» Das war er tatsächlich. Ein Blick zurück:

14.55 Uhr: << Da, schau >>, sagt ein Mann zu seiner Begleiterin und zeigt auf die schwarz vermummten Gestalten auf dem Dach der Galeria Kaufhof: << Brechen die jetzt da ein, oder was? >> In wenigen Minuten wird der Mann erfahren, was es mit den vermeintlichen Einbrechern auf sich hat. Zuvor aber - und nachdem die Gruppe Caipiranha der fröstelnden Menge erstmals eingeheizt hat - eröffnet Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer offiziell das Mühlbachquartier. Die Baumaßnahme - das große Mühlrad, das neue Pflaster und die Wasserrinne aus Kieselsteinen - sei << besonders und außergewöhnlich >>, sagt er. Nämlich weil sie durch die Ideen und die Mithilfe von Anwohnern und Geschäftsleuten in der Gerberstraße entstanden sei.

Durch das 1,2-Millionen-Euro-Bauprojekt und neue gemeinsame Wege im Marketing soll das Gebiet um Gerberstraße und In der Brandstatt zu einem Juwel in der Innenstadt werden.

Dass das Mühlrad gerade an diesem wichtigen Tag stillsteht, liege nicht daran, dass es eingefroren und schon kaputt sei, dementiert der OB Gerüchte. Vielmehr sei es einfach zu kalt, um das Rad in Betrieb zu nehmen. Ein << Wasser, marsch >> hat Netzer demzufolge also nicht zu bieten.

Dafür aber - und da kommen die Vermummten ins Spiel - wird das Quartier << erobert >>. Von den Dächern seilen sich die Tänzer von << dance for style >> ab und zeigen tänzerische Kampfkunst. Und generell wird es nicht leise im Mühlbachquartier: Trommler, Alphornbläser, Artisten und Sänger sorgen dafür, dass die Passanten stehenbleiben.

Und ein Kinderprogramm gibt es auch. Etwa das Schiffchenbauen unter Anleitung. Nur, dass die Schiffchen doch nicht in der Wasserrinne schwimmen können - Wasser gibt es ja noch nicht - sorgt bei manchem Knirps für Unmut. << Seite drei Tagen verspreche ich, dass wir Schiffchen bauen. Und jetzt das >>, schmunzelt ein Vater. Damit die Laune nicht kippt, wird er sich heute noch einiges einfallen lassen müssen.

Fürs Christkind Kinderpunsch

16 Uhr: Auf den Dächern der Weihnachtsmarkthütten liegt der Schnee und langsam setzt die Dämmerung ein. Perfektes Wetter und eine perfekte Stimmung, um den Weihnachtsmarkt zu eröffnen. Das übernimmt gemeinsam mit dem Vorsitzenden von Kempten Regio Tourismus, Hans Schmid, und dem OB das Christkind. Larissa Dieng ist es in diesem Jahr.

Souverän gibt die Zehnjährige in dem gereimten 60-Zeiler von Jochen König Tipps zum Weihnachtsmarkt-Programm. Und brav bestellt sie sich beim anschließenden Umtrunk mit den Organisatoren, dem OB und den Stadträten einen Kinderpunsch. Während sie sich an diesem aufwärmt, verrät die Realschülerin, dass ihr das Auswendiglernen ihres Begrüßungstexts gar nicht schwergefallen sei. << Aber aufgeregt war ich schon ziemlich >>, meint die Zehnjährige.

19.30 Uhr: Larissa hat sich längst ihrer Flügel und des Kleids entledigt. Bei den Menschenmassen, die bereits von allen Seiten auf den Weihnachtsmarkt strömen, wäre die Zehnjährige vermutlich einfach in der Menge untergegangen.

21 Uhr: Auf dem Weihnachtsmarkt ist kaum mehr ein Durchkommen, dicht an dicht stehen die Menschen. Ein ähnliches Bild bietet sich bei der langen Einkaufsnacht in der Fußgängerzone. Shoppen bis Mitternacht: Dieses Angebot nutzen Tausende - wie Peter und Helena Krieger aus Füssen. << Die Kinder haben wir bei Oma und Opa gelassen und heute werden in Ruhe Geschenke gekauft >>, sagen sie. In Ruhe? Das ist Definitionssache, in den Geschäften brummt es nur so.

23 Uhr: Vor der Residenz nehmen über 70 Alphornbläser des Allgäu-Schwäbischen Musikbunds Aufstellung zum nächtlichen Abschlusskonzert. Andächtig lauschen die Massen den Klängen. Schluss ist damit aber noch nicht. Schließlich haben Weihnachtsmarkt und Geschäfte bis Mitternacht geöffnet. Das wird bis zur letzten Minute ausgekostet.

Den krönenden Abschluss des Geschehens am Samstag in der Innenstadt bildeten die über 70 Alphornbläser des Allgäu-Schwäbischen Musikbunds mit ihrem Konzert vor der Residenz. Fotos: Ralf Lienert

Kaum mehr ein Durchkommen gab es abends auf dem Weihnachtsmarkt. Tausende strömten auf den Rathausplatz.

Die Mitglieder von Artistica Anam Cara begeisterten die Passanten in der Fußgängerzone mit ihren Feuershows.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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