Waal
Erstklassiger Chorgesang erklingt in St. Anna

Ein musikalischer Hochgenuss für Freunde des Chorgesangs war das Kirchenkonzert in der Waaler Pfarrkirche St. Anna. Zum Abschluss des 11. Internationalen Kammerchorwettbewerbes zogen die Christophorus-Kantorei Altensteig, der Choeur des XVI aus Fribourg und der Kammerchor des Klassischen Musikgymnasiums Ljubljana nochmals alle Register ihres musikalischen Könnens und boten einen unvergesslichen Abend.

Gleich zum Auftakt setzte der Jugendchor aus Altensteig einen musikalischen Schwerpunkt mit «Jauchzet dem Herrn» aus den «Psalmen Davids». Direktor Michael Nonnenmann griff die Art des räumlich getrennten Singens auf, indem er einen Teil des Chores von der Orgelempore aus wie ein Echo auf den Hauptchor singen ließ.

Klare Artikulation

Die hohe musikalische Schulung zeigte sich in den Crescendos und der klaren Artikulation in «Tröstet, tröstet mein Volk». Über die Romantik führte der Weg zur Moderne. Der Wechsel der Frauen- und Männerstimmen und die rhythmisch akzentuierten Passagen in «Warum toben die Heiden» von Felix Mendelssohn Bartholdy waren beeindruckend. Mit flehenden Worten und kräftigen Männerstimmen erklang das «Richte mich Gott».

Eindrucksvoll waren auch die zeitgenössischen Lieder, so das «Mit fröhlichem Schall», das den Erlösungsgedanken zum Ausdruck brachte und das Halleluja. Die sauber gesungenen Dissonanzen und die sichere und lockere Stimmführung bis in die hohen Sopranlagen ließen intensive Probenarbeit erkennen.

Der Choeur des XVI aus Fribourg zeigt Vorliebe für Werke der Renaissance und für französisches Liedgut. Getragen mit weichen Stimmen erklang das «Tebe Poem». Zarte Frauenstimmen trugen das lyrische «Marine» von Jean Mamie vor, das die abendliche Stimmung an der Küste eindrucksvoll wiedergab. Die rhythmischen Melodien von «Hodie Christus natus est» gingen leicht ins Gehör. In einem ungewohnten Chorsatz erklang das «Det är en ros utsprungen».

Aufbauend auf zart summende Frauen- und Männerstimmen mit sauber vorgetragenen chromatischen Bewegungen sang ein Quartett den Liedtext dazu. «Jesus, lass mir dein Gesicht», diese Bitte Veronikas am Kreuzweg zieht sich durch «Prière de Véronique» von Pierre Kaelin. Mit flehenden Stimmen trugen die Frauenstimmen diese Bitte wiederholt vor, leise untermalt von summenden Männerstimmen.

Kräftige Sopranstimmen

Beeindruckend präsentierte sich der Kammerchor des Klassischen Diözesangymnasiums Ljubljana. Die hohen kräftigen Sopranstimmen in den Liturgiegesängen von Bartholdy zeugten von einer intensiven Stimmschulung. Der Jugendchor hatte sein Liedgut ganz auf das Kirchenjahr abgestimmt. «Bogorodice Djevo» erklang zu Ehren der Mutter Maria. Zum «Adoro te devote», einem Sakramentslied, formierte sich der Chor andachtsvoll im Altarraum in zwei Reihen vor dem Tabernakel des Hochaltares.

Absoluter Höhepunkt war das «Veni creator spiritus» von Dominjan Mocnik. Ein helles Sopransolo umrahmte den Chorsatz. Der vielschichtige Kanon mit kurz folgenden Einsätzen ließ das pfingstliche Sprachengewirr erahnen. Überlagert wurde dieses letztlich durch die Pfingstbotschaft - von einer kleinen Gruppe von der Kanzel aus gesungen - und einem zweiten Sopransolo von der Orgelempore herunter. Die Besucher bedankten sich mit lang anhaltendem Beifall für zwei Stunden erstklassigen Chorgesang.

Franz Barta

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