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Was tun bei Verbrennungen?
Erste Hilfe bei Grillunfällen: BRK Oberallgäu gibt Tipps

Grillen: Mit offener Flamme nicht ganz ungefährlich.
  • Grillen: Mit offener Flamme nicht ganz ungefährlich.
  • Foto: BRK Oberallgäu
  • hochgeladen von Holger Mock

Der Sommer naht mit großen Schritten und in vielen Gärten und auf Balkons werden die Grills angeworfen. Dabei sollte jeder Einzelne Vorsicht walten lassen. Denn laut Deutscher Gesellschaft für Verbrennungsmedizin kommt es in Deutschland jedes Jahr zu etwa 4.000 Grillunfällen mit zum Teil schweren Verletzungen. Frank Schönmetzler, Leiter der Breitenausbildung beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK) Oberallgäu, hat Tipps, wie man im Notfall richtig reagiert.

Hinweis: In Corona-Zeiten gelten bei der Ersten Hilfe besondere Regelungen zum Eigenschutz

  • Wenn möglich Mindestabstand von 1,50 m einhalten
  • Mund-Nasen-Schutz und Einmal-Handschuhe tragen
  • bei direktem Kontakt mit Verunfalltem: auch dessen Nase und Mund mit Tuch abdecken
  • Hände sauber waschen oder desinfizieren

„Immer wieder kommt es beim Grillen zu gefährlichen Unfällen, weil flüssige Brandbeschleuniger wie Benzin oder Spiritus in die heiße Glut gespritzt werden“ weiß Frank Schönmetzler. „Dabei kann es zu meterhohen Stichflammen kommen. Umstehende Personen werden dann vor allem an Oberkörper, Armen und Oberschenkeln verbrannt, bei Kindern ist häufig der Kopfbereich betroffen.

Neben Brandverletzungen der Haut kann es durch das Einatmen der heißen Gase auch zu Verbrennungen der Atemwege kommen. Beides kann, je nach Schweregrad, lebensbedrohlich sein“, warnt er und rät dringend: „Verwenden Sie darum nur feste Grillanzünder oder Pasten.“

Zudem sollte der Grill auf einen festen Untergrund gestellt werden, sodass er nicht wackelt. Kinder und Haustiere sollten nicht in der Nähe des Grills herumtoben und immer im Auge behalten werden. Sicherheitshalber sollte immer ein mit Wasser gefüllter Eimer oder ein Feuerlöscher bereit stehen.“ Der Experte hält eine Reihe von wichtigen Verhaltensregeln bei Brandverletzungen parat.

Was tun bei Verbrennungen?

  • Menschen, deren Kleidung brennt, aufhalten. Kleidung sofort mit Wasser übergießen, mit einer Decke löschen oder auf dem Boden wälzen. ACHTUNG! Auf keinen Fall Decke mit synthetischen Materialien (z.B. Fleece) zum Löschen verwenden. Diese verschmelzen mit der Haut.
  • Heiße Stoffe, die unmittelbar auf die Haut gelangt sind, mit der Haut verklebte Kleidung oder in die Haut eingebrannte Materialien dürfen nicht entfernt werden. Dabei könnten Haut und Gewebe mitgerissen werden. Mit der Haut verklebte Kleidung darf lediglich umschnitten werden.
  • Verbrennungen im Gesicht mit feuchten Tüchern kühlen, dabei Atemwege freihalten.
  • Kleinflächige Verbrennungen (nicht größer als die Handfläche des Betroffenen) sofort zur Schmerzlinderung 10-15 Minuten lang mit fließendem, handwarmem Wasser kühlen. Kein zu kaltes Wasser oder Eis verwenden. => Gefahr von Unterkühlung und Erfrierungen.
  • Ist dem Verletzten kalt, sofort mit dem Kühlen aufhören.
  • Nach dem Kühlen die Wunde mit sterilem Tuch (Verband- bzw. Metallinetuch) leicht abdecken und evtl. den Arzt aufsuchen 
  • Größere Brandwunden und Verbrennungen am Rumpf wegen der Gefahr von Unterkühlung und der daraus resultierenden Kreislaufbelastung nicht kühlen! Arzt aufsuchen oder Rettungsdienst 112 rufen.
  • Sind mehr als fünf Prozent der Körperoberfläche verbrannt, Rettungsdienst 112 rufen. Faustregel: Handinnenfläche des Betroffenen entspricht einem Prozent der Körperoberfläche.
  • Nach Versorgung der Wunde => Beine des Betroffenen hochlagern, bis Rettungsdienst kommt
  • Brandblasen sollten nicht geöffnet werden, da dies das ungehinderte Eindringen von Keimen ermöglicht.
  • Keine Hausmittel (Mehl o.Ä.) verwenden.
  • Bei Kreislaufproblemen des Betroffenen => Erste Hilfe-Maßnahmen anwenden, Rettungsdienst 112 rufen.

Erste-Hilfe-Maßnahmen

  • Betroffener ist bei Bewusstsein => mit dem Verletzten sprechen, beruhigen, Oberkörper hoch lagern.
  • Bei Schocksymptomen (kalter Schweiß, Blässe, Schwindel) => auf den Rücken legen, Beine hochlagern.
  • Bei Bewusstlosigkeit: stabile Seitenlage, eventuelle Fremdkörper aus dem Mund entfernen, ständig Atmung und Herzschlag kontrollieren. Während Corona gilt: Atmung am besten mit Abstand, anhand des Hebens und Senkens des Brustkorbs prüfen.
  • bei fehlender Atmung und Herzschlag: Herzdruckmassage durchführen bis Rettungsdienst eintrifft. Während Corona gilt: bei haushaltsfremden Personen derzeit auf Mund-zu-Mund-Beatmung verzichten. Ausnahme: Familienmitglieder und Kleinkinder.

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