Memmingen
«Erstaunlich gut durchs Krisenjahr»

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Mechthild Feldmeier spricht von einer «totalen Stille. Es war fast dramatisch». Als sich vergangenen Oktober eine Rezession ungeahnten Ausmaßes ankündigte, bekam dies die Geschäftsfrau sehr schmerzlich zu spüren: Die Kunden blieben schlagartig weg. Ein knappes Jahr später hat sich die Stimmung stark aufgehellt: «Wir kommen erstaunlich gut durchs Krisenjahr. Die Kunden stecken offensichtlich den Kopf nicht in den Sand, sondern schauen nach vorne», sagt die Vorsitzende des Memminger Einzelhandels-Verbandes.

Vor fünf Jahren hat sie den Posten übernommen, er ist eines von vielen Ämtern der CSU-Kommunalpolitikerin. 2007 traf der Stadtrat eine Entscheidung, die Feldmeier als «Meilenstein» preist. «Einzelhandel nur noch in der Innenstadt», fasst sie den einstimmigen Beschluss zusammen. Die Politik legte fest, welche Produkte nur im Zentrum verkauft werden dürfen.

«Mit Service punkten»

Wer sich in diesen Zeiten für den innerstädtischen Handel engagiert, hat einen starken Konkurrenten: die Läden auf der grünen Wiese. Feldmeier weiß, wovon sie spricht: Das Schuhhaus, das sie mit ihrer Schwester betreibt, befindet sich am östlichen Ende der Kalchstraße. In jener Straße also, die ihre besten Zeiten als blühender Einzelhandels-Standort längst hinter sich hat. «Wir müssen mit dem Service besonders punkten und bei den Marken immer im Trend sein», definiert Feldmeier ihre Strategie.

«Und wir haben den Vorteil, dass es Parkplätze vor dem Haus gibt.» Womit ein Reizwort ausgesprochen wäre. Die Frage, wie viele Stellflächen in eine moderne Innenstadt gehören, bietet eine Überdosis Konfliktstoff.

Man dürfe dieses Thema nicht nur aus der Sicht des Memmingers sehen, der eine schöne Flaniermeile möchte, sagt Feldmeier. «Unser Einzugsgebiet umfasst 255000 Menschen.» Und mancher Kunde von auswärts habe den Eindruck, dass die Stadt «zugesperrt» wird, wenn Parkplätze gestrichen und zu viele Straßen in Fußgängerzonen umgewandelt werden. «Einige im Stadtrat nehmen mir das nicht ab.»

«Manchmal frustriert»

Lobbyarbeit für den Einzelhandel ist ein diffiziles Geschäft, das bei Feldmeier ihre Spuren hinterlassen hat. «Man ist manchmal frustriert, wenn man für eine Sache kämpft und nicht weiterkommt», sagt die 50-Jährige. «Man muss schon stark hinstehen, wenn es Gegenwind hoch drei gibt.» Auch vorsichtiger sei sie geworden, erzählt die gebürtige Memmingerin. Sie überlege sich heute, was es für Auswirkungen haben könnte, wenn sie etwas Bestimmtes sagt.

Zu den Erfolgen von Feldmeier und ihren Mitstreitern gehört, dass sich die Zusammenarbeit mit der Stadt verbessert hat: «Wir werden ernst genommen.» Das hatte sich vor einigen Jahren noch deutlich kritischer angehört. Feldmeier saß jetzt auch mit am Tisch, als die städtische Wirtschaftsförderin ausgewählt wurde.

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