So war das
Erinnerungen aus der Kindheit neu geweckt

Eigentlich, das gibt der Buchloer Ulrich Müller, der inzwischen in Wiedergeltingen wohnt, ehrlich zu, habe er gar nicht gewusst, was er «mit dem Zeug anstellen sollte». Das Zeug, das sind unzählige alte Filmbänder, gedreht von seinem inzwischen verstorbenen Vater, verstaut im Dach seines Elternhauses in Buchloe.

«Beim Entrümpeln des Dachstuhls habe ich in einem Zimmer, in dem alle Reste aufbewahrt sind, zwei Kisten gefunden, auf denen private Filme stand», erinnert sich Müller. Trotzdem wusste er erst einmal nichts damit anzufangen. Kein Wunder, schließlich fehlte ihm schon die technische Voraussetzung, um die 8-Millimeter-Filme abspielen zu können. «Der Aufruf in der Zeitung, seine Filme digitalisieren zu lassen, kam dann gerade recht», sagt er.

Schließlich habe es ihn einfach interessiert, was sich auf den in Massen produzierten Filmbändern, die sein Vater in den Kisten so lange Zeit gelagert hatte, befindet. Das Ergebnis, so Müller, sei «einfach nur toll» gewesen.

Kindheitserinnerungen in Massen waren in den Filmen zu sehen: Vom Tischtennisturnier über Faschingsumzüge, von Kirchenprozessionen über Trachtenumzüge bis hin zum Hochwasser in Buchloe und der eigenen Erstkommunion sah Müller das festgehalten, worauf sein Vater die Kamera hielt. Und vor allem und immer wieder: Familienfeste. Ein Fundus für die Nachfahren des Hobbyfilmemachers.

Interessant sei es gewesen, die Stimmung auf damaligen Familienfesten mit der von heute zu vergleichen: «Die Leute waren viel festlicher gekleidet als heute. Diese Feste hatten einen viel würdevolleren Charakter», sagt Müller.

In Erinnerung geblieben seien ihm damals als Bub die prachtvollen Gewänder der Tanten, ihre festliche Kleidung, die feierliche Stimmung - das alles nochmals sehen zu können, sei eine eigenartige Erfahrung gewesen, wie Müller mit einem Lächeln einräumt. Auch bei einem Familienfest haben die Filmaufnahmen, die nun von einem DVD-Player abgespielt werden können, für Aufsehen gesorgt, nicht zuletzt bei einer der Tanten, die sich selbst nochmals in ihrem Festgewand sehen konnte. Während der Filmvorführung kam ihr dann tatsächlich das Motto des Filmprojektes über die Lippen: «So war das.»

Mitunter, erzählt Müller, seien auch für ihn viele neue Dinge dabei gewesen. So habe sein Vater, der über sein Fotogeschäft zur Filmerei gekommen ist, auch die ersten Jahre im Leben seiner Tochter, der Schwester von Ulrich Müller, gezeigt. Für die Schwestern von Müller, die beide in Norddeutschland leben, wird der nächste Besuch in der süddeutschen Heimat eine Überraschung beinhalten: die Filmvorführung der Aufnahmen ihres Vaters.

«Wegen der technischen Umstellung auf Video und DVD hatten wir ja eigentlich keine Filmaufnahmen von uns als Kinder», sagt Müller. Das hat sich nun geändert. Und verantwortlich dafür waren unter anderem zwei zunächst unscheinbare Kisten auf dem Dachboden.

Filmrollen über Filmrollen: Beim Aufräumen im elterlichen Dachstuhl entdeckte Ulrich Müller die gesammelten Filmbänder seines Vaters. Für «So war das», dem Filmprojekt unserer Zeitung, ließ er sie digitalisieren. Foto: Florian Eisele

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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