Marktoberdorf
Erfolgreiches MOD-Werk baut Angebot aus

Reiko sitzt konzentriert vor dem Bildschirm im Computerraum des MOD-Werks und tippt. Der junge Ostallgäuer ohne Schulabschluss und Ausbildung schreibt Bewerbungen. Er hat eine Ausbildung abgebrochen und wurde vom Arbeitsamt hier ins MOD-Werk, das unter dem Dach der Dekra-Akademie firmiert, geschickt. «Das ist das Beste, was ich je gemacht habe», sagt er und lächelt.

Bewerbungen schreiben ist jedoch nicht das Einzige, was Reiko hier macht. «Wichtig sind die praktischen Erfahrungen», sagt MOD-Werk-Leiter Heiner Franzke. Deshalb sei es hier auch nicht so trocken, meint Reiko und verweist auf den neuesten Bereich der Auffang-stelle für arbeitslose Jugendliche: den Küchenbereich. Bis vor Kurzem hatte das MOD-Werk zwei Kernbereiche, erklärt Franzke: den Gewerblichen, wo Möbel hergerichtet und Umzüge angeboten werden, und den Betreuungsbereich - hier geht es vor allem um Bewerbung und soziale Kompetenzen der Jugendlichen. Der dritte Bereich, in dem seit Anfang September acht der insgesamt 35 betreuten Jugendlichen unter Leitung von Küchenchefin Rosa Jooß beschäftigt sind, soll nun für das Catering im Haus und darüber hinaus sorgen. «Es geht aber auch darum, den Jugendlichen wirtschaftliche und gesunde Ernährung beizubringen», sagt Franzke.

Quote kann sich sehen lassen

Wichtigstes Ziel des MOD-Werks ist jedoch: die Jugendlichen in Ausbildung zu bringen. Die Erfolgsquote des Projekts, das im April 2006 startete, kann sich dabei nicht nur in den Augen der Verantwortlichen von Arge und Landkreis Ostallgäu sehen lassen: Rund 69 Prozent der Jugendlichen wurde vermittelt. «Das MOD-Werk hat sich gut bewährt», meint Landrat Johann Fleschhut. Er betont zudem die Wichtigkeit der Bemühungen: «Die Jugendarbeitslosigkeit ist hoch und wir müssen diesen Entwicklungen etwas entgegensetzen.» Wenn man die jungen Leute dabei mit Einfühlungsvermögen und Erfahrung an die Hand nehme, so wie es im MOD-Werk der Fall sei, würden sie auch mitgehen, sagt Landrat Fleschhut.

«Keinen vergessen»

Jürgen Traut, operativer Leiter der Arbeitsagentur Kempten, schließt sich Fleschhut an: «Es ist unheimlich wichtig, dass sich die Akteure vor Ort den arbeitslosen Jugendlichen widmen.» Die Arge Ostallgäu wende dafür im Jahr etwa 1,6 Millionen Euro allein für solche Bildungsmaßnahmen wie das MOD-Werk auf. Man dürfe am Arbeitsmarkt keinen vergessen, denn jeder Arbeitslose könnte der Gesellschaft in Zukunft erhebliche Probleme bereiten, so Traut.

Heiner Franzke will sich allerdings nicht auf der laut Traut «phänomenalen Vermittlungsquote» ausruhen. Die Arge gebe dem MOD-Werk schon «sehr viel Zeit», was von enormer Bedeutung sei. «Bei noch mehr Zeit könnten wir 100 Prozent schaffen», meint Frazke. Reiko freut sich über so viel Engagement und arbeitet weiter für eine Übernahme in eine Ausbildung: «Am liebsten als Einzelhandelskaufmann im IT-Bereich.»

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