Bundesfreiwilligendienst
Erfahrungen sammeln und ins Berufsleben schnuppern

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Bufdi. Mit dem Begriff hat sich Viktoria Schießl noch nicht so richtig angefreundet. Mit der Tatsache an sich, jetzt eine Bundesfreiwilligendienstleistende zu sein, aber schon. Gestern hatte die 18-jährige Dietmannsriederin ihren ersten Tag als Bufdi am Kemptener Klinikum.

Im Schlaflabor wird sie die nächsten neun Monate mithelfen. Und hofft, dass sie am Ende viele nützliche Erfahrungen gesammelt und sich endgültig für einen Studiengang entschieden haben wird.

Gerade erst hat Viktoria ihr Abitur abgelegt. Dass es nun den Bundesfreiwilligendienst (BFD) gibt, kam ihr gelegen: "Ein Jahr Pause von der Schule ist gut, dann kommt das Studium", sagt die 18-Jährige. Medizin oder Biotechnologie stellt sie sich vor. Von der Zeit im Krankenhaus erhofft sie sich, Abläufe kennenlernen und in verschiedene Bereiche schnuppern zu können.

Arbeit der Zivis übernommen

Noch nicht so konkret sind die Zukunftspläne von Agnes Slabon, die ebenfalls heuer ihr Abitur baute. Seit zwei Wochen macht die 19-Jährige aus Buchenberg im Haus der Senioren genau das, was früher die Zivildienstleistenden übernommen haben: Veranstaltungen vorbereiten und hinterher aufräumen, in der Küche mithelfen oder die Besucher bedienen. "Die Arbeit macht Spaß", sagt Agnes.

Aber sie soll vor allem eines: Der 19-Jährigen zeigen, was es heißt, im Berufsleben zu stehen. Deshalb kam es ihr auch gar nicht darauf an, ob sie nun ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder eben den BFD absolviert.

Und wie sieht es aktuell bei den Organisationen aus, denen mit dem Aussetzen der Wehrpflicht die Zivis weggebrochen sind? Anfang August hatten viele Träger von Wohlfahrtsverbänden wie berichtet nur wenige oder gar keine Bewerbungen.

Die Lage hat sich bei manchen geändert. Laut Kreisgeschäftsführer Alexander Schwägerl beschäftigt das Rote Kreuz elf Bufdis im Fahr- und im Rettungsdienst. "Alle Stellen sind besetzt", vermeldet er. Und täglich kämen neue Bewerbungen. Schwägerl glaubt, dass sich nun die bewerben, die fürs Wintersemester keinen Studienplatz ergattert haben.

Ebenfalls keine Schwierigkeiten, die acht Stellen zu besetzen, hatte man bei der Stadtverwaltung. Etwa in der Gärtnerei, im Jugendhaus oder in der Archäologie sind die Bufdis im Einsatz für die Stadt.

"Zäh" läuft es mit den Bufdis laut Regionalvorstand Rüdiger Buß bei den Johannitern an. Zwar könne der Bedarf gedeckt werden. Aber am BFD, hat Buß festgestellt, gebe es mangels Bekanntheit wenig Interesse. Genauso wie bei der Diakonie. Laut Personalleiter Roland Heinle arbeite dort derzeit kein Bufdi, zwei Stellen seien mit FSJlern besetzt. Für drei weitere liefen die Ausschreibungen gerade.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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