Erdgas Schwaben
Erdgas Schwaben setzt auf Strom

Der Energieversorger Erdgas Schwaben bietet künftig auch «Biostrom» an. Seine Vermarktungsoffensive beginnt das Unternehmen in Kaufbeuren, wo die Vereinigten Wertach-Elektrizitätswerke (VWEW) kürzlich angekündigt hatten, ins Gasgeschäft einzusteigen (wir berichteten). Beide Versorgungsunternehmen wollen ihre jeweils neuen Produkte von Beginn des nächsten Jahres an unter die Leute bringen.

Damit bietet die Liberalisierung des Energiemarktes weitere Vorteile für die Kunden, die nun abermals eine größere Auswahl in der Strom- und Gasversorgung haben werden. Es handelt sich in beiden Fällen um heimische Anbieter. Der Verbraucher kann also davon ausgehen, dass ein Teil seines Geldes in der Region reinvestiert wird. Erdgas Schwaben-Chef Klaus-Peter Dietmayer baut wie die VWEW auf diese wirtschaftliche Verbundenheit: «Kaufbeuren gehört zu unseren ältesten Versorgungsgebieten.»

Erdgas Schwaben möchte damit nun einen weiteren Schritt hin zu einem ökologisch ausgerichteten Anbieter machen. Das Konzept steht auf zwei Säulen: So soll die Abgabe von sogenanntem «Biogas» aus den eigenen Blockheizkraftwerken (BHKW) weiter vorangetrieben werden. Zwei Drittel der Investitionen in den vergangenen Jahren habe das Unternehmen in diesem Bereich getätigt, so Dietmayer.

«Allerdings brauchen wir auch einen Markt dafür, auf dem wir uns bewegen können.» Sprich, er wünscht sich, dass die Abnahmemengen steigen.

Ein zweites ökologisches Standbein von Erdgas Schwaben soll der «Biostrom» werden. Dabei setzt das Unternehmen vorerst auf Wasserkraft aus oberbayerischen Turbinen, kauft also - rein rechnerisch - die Menge «Biostrom» zu, die es an die Endkunden veräußert. Bereits jetzt wird der Strom aus den eigenen Biomasseheizkraftwerken in Dillingen, Mindelheim und Kaufbeuren (am Bezirkskrankenhaus) ins öffentliche Netz eingespeist.

Dietmeyer spricht aber bereits von einer «sehr konkreten» Vision unter dem Arbeitstitel «Schwaben BHKW». Derzeit arbeite das Unternehmen an dem Ziel, irgendwann einmal alle Blockheizkraftwerke, auch die zunehmende Zahl kleinerer Anlagen in Wohnhäusern, bei Bedarf zusammenzuschalten, um Stromschwankungen im öffentlichen Netz auszugleichen. Oder anders gesagt: um eine bessere Balance zwischen Einspeisung und Verbrauch zu erreichen. Hintergrund ist der steigende Anteil der regenerativen Energie, etwa aus Wind- oder Sonnenkraftanlagen, die nicht zu jeder Tageszeit in gleicher Menge zur Verfügung steht und zu Spitzenzeiten «zugefüttert» werden muss.

Dieses Ziel, also ein «kommunikationsfähiges und intelligentes Stromnetz», streben auch die VWEW an, die dabei vor allem auf ihre eigene neue Netzsteuerungszentrale setzen. Beide Unternehmen, VWEW und Erdgas Schwaben, verabschieden sich damit von ihrer bisherigen Strategie, lediglich ein Energieprodukt anzubieten. Zudem treten sie in direkte Konkurrenz auf einem hart umkämpften Markt.

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