Bauausschuss
Entweder Gewerbe oder Wohnbebauung im Kaufbeurer Westen

Eine nicht alltägliche Entscheidung mussten die Mitglieder des städtischen Bauausschusses in ihrer jüngsten Sitzung treffen. Es ging um die Frage, ob sie südlich des Waldfriedhofes dem Gewerbe der Baufirma Dobler oder einer möglichen Wohnbebauung den Vorrang geben.

Die Entscheidung fiel einstimmig zugunsten der Firma Dobler aus, die dort seit Jahrzehnten unter anderem ihren Bauhof und das Betonfertigteilwerk (heute "Dienstleistungszentrum") betreibt und dieses Gelände weiterentwickeln möchte. Begründung: Ein ungestörtes Nebeneinander beider Nutzungen sei nicht möglich.

Ursache des Votums war die Anfrage eines Bauträgers, der auf der landwirtschaftlich genutzten Fläche zwischen Waldfriedhof und Dobler-Areal Wohnhäuser errichten möchte und dafür bei der Stadt die Aufstellung eines Bebauungsplanes beantragt hatte. Auch die Firma Dobler möchte von der Stadt ein solches Regelwerk für sich, um das Dienstleistungszentrum mit derzeit 150 Arbeitsplätzen weiterzuentwickeln. Unter anderen plant das Unternehmen im Norden des weitläufigen Geländes - das wäre also unmittelbar an der geplanten Wohnbebauung - den Bau eines Kieswerkes sowie einer Asphaltmischanlage.

Der Stadtrat hatte sich bereits im Jahr 1998 mit einer möglichen Wohnbebauung südlich des Waldfriedhofes befasst und diese auch damals abgelehnt. An der Argumentation hat sich nichts geändert. Der städtische Baureferatsleiter Ralf Baur sah in der Bauausschusssitzung ein "hohes Konfliktpotenzial", vor allem natürlich durch Lärm und Dreck für die Bewohner. Diese Probleme seien auch mit Mitteln der Bauleitplanung nicht lösbar. Dazu kämen die Belastungen durch die nahe Augsburger Straße und B 12.

Dem folgten die Ausschussmitglieder. "Ich kann dem Bereich als Wohngebiet nichts abgewinnen", so Gerhard Limmer (CSU), der zudem auf die Bedeutung des Bauunternehmens Dobler verwies. Bürgermeister Gerhard Bucher (CSU) sagte, dass der Betrieb dort "seit Ewigkeiten seinen Standort hat".

Sein Fraktionskollege Johannes Böckler verwies auf die Möglichkeit einer ähnlichen Entwicklung wie im Haken, wo es immer wieder zu Konflikten zwischen der Papierfabrik und den Anwohnern kommt.

Auf diesem landwirtschaftlich genutzten Areal südlich des Waldfriedhofes (Hintergrund) plant ein Bauträger Wohnhäuser. Allerdings schließt sich dort das Werksgelände der Firma Dobler an. Konflikte wären also programmiert. Foto: Mathias Wild

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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