Entscheidung über Solaranlage bleibt noch offen

Fuchstal | hoe | Erst nach einer am 11. Februar geplanten Ortseinsicht des Bauausschusses entscheiden will der Fuchstaler Gemeinderat, ob man dem Penzinger Unternehmen 'Energiequelle Solar' grünes Licht für die Errichtung einer großen Freiflächen-Photovoltaikanlage bei Leeder gibt. Vorgestellt wurden den Räten in ihrer jüngsten Sitzung das Konzept und ein Planungsentwurf.

Notwendig wäre für die Errichtung eine Änderung des Flächennutzungsplans und ein 'vorhabenbezogener Bebauungsplan'. Nach Aussage des beauftragten Landschaftsarchitekten Ernst Löcherer, der sich auf die Planung von derartigen Anlagen spezialisiert hat, sind alle Eigentümer des angestrebten 13 Hektar großen Betriebsgeländes zu einer Verpachtung ihres Grundes an das Unternehmen bereit.

Der vorgestellte Entwurf sieht vor, dass auf dem Areal südöstlich von Leeder Module mit einer Gesamtfläche von über vier Hektar aufgestellt werden, die dann bei einer Leistung von 3,7 Megawatt im Jahr etwa vier Millionen Kilowattstunden elektrischen Strom produzieren. Dies entspricht dem Bedarf von 1700 Haushalten und erspare, gerechnet auf eine Betriebszeit von 30 Jahren, den Ausstoß von 80 000 Tonnen Kohlendioxid, rechnete Löcherer vor. Umgeben werden soll der Bereich mit einer etwa sechs Meter breiten Hecke, hinter der sich dann der Zaun anschließt.

Welchen Vorteil denn die Fuchstaler Bürger hätten, wollte Heinz Nehrenheim wissen. Löcherer verwies auf Gewerbesteuereinnahmen, da nach zehn Betriebsjahren deutliche Gewinne zu erwarten seien. Bürgermeister Erwin Karg brachte auch die Pachtzahlungen an die betreffenden Landwirte ein.

Von einer Beeinträchtigung für Landschaft und Tierwelt sprachen dagegen andere Gemeinderäte. Löcherer entgegnete, es handele sich bei dem vorgesehenen Gelände um eine 'ausgeräumte Ackerlandschaft', die man durch die Hecke und den Verzicht auf Bewirtschaftung und Düngung ökologisch eher aufwerte. Zudem sei der Zaun für Tiere 'unterhalb der Größe eines Wildschweins' problemlos passierbar. Er wies auch den Vorwurf zurück, durch den Solarstrom erhöhe man die Energiekosten für alle Verbraucher. Der Anteil am Strompreis, der durch die Einspeisung aus 'Photovoltaikanlagen' verursacht werde, betrage gerade einmal 0,2 Cent je Kilowattstunde.

Auch wenn die Räte vor drei Jahren bereits ein derartiges Vorhaben befürwortet hatten, ist der Ausgang der Abstimmung offen. Schließlich habe man mittlerweile genügend 'regenerative Energieerzeuger' im Gemeindegebiet, wies Nehrenheim hin und meinte damit die Biogasanlage und das Energiespeicherprojekt.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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