Mafia
Entscheidender Schlag gegen die Russenmafia

In den bisher aufwendigsten Ermittlungen gegen die im Freistaat operierende Russenmafia ist den Ermittlern ein entscheidender Schlag gelungen. Insgesamt 39 Tatverdächtige wurden bislang inhaftiert und knapp fünf Kilo Heroin sichergestellt, teilten die Staatsanwaltschaft Kempten und das Bayerische Landeskriminalamt (BLKA) mit. Die Zerschlagung der kriminellen Vereinigung von Straftätern aus der ehemaligen Sowjetunion wertete ein Sprecher des BLKA als «außerordentlichen Erfolg».

Spur führt zu weiteren Straftaten

Ausgangspunkt für die aktuellen Untersuchungen waren Ermittlungen im Allgäu in den Jahren 2007 und 2008. Nachdem ein Kaufbeurer Drogenhändler aufgeflogen war, führten Nachforschungen zu einer Vielzahl weiterer Straftaten in ganz Bayern. Die Fahnder erkannten schnell, es mit einer kriminellen Vereinigung zu tun zu haben, als deren Kopf Alexandre B. ausgemacht wurde. Dieser gilt als «ganz dicker Fisch». Er kontrolliert in Russland angeblich 30 Banden und hält sich derzeit vermutlich in Moskau auf. Aufgrund ihrer Vorkenntnisse wurde die Kemptener Staatsanwaltschaft anschließend mit der Leitung der Ermittlungen betraut. Dafür schlossen sich Spezialdienste der Polizei zu einer «Besonderen Aufbauorganisation» (BAO) zusammen.

«Erinnert an italienische Mafia»

«Die Strukturen, die wir offenlegen konnten, erinnerten stark an die der italienischen Mafia», sagte der Sprecher der Kemptener Staatsanwaltschaft Peter Koch. Die Russenmafia schottet sich nach außen strikt ab, Verschwiegenheit gilt als höchstes Gut, kriminelle Ziele werden rücksichtslos und mit Gewalt durchgesetzt. Intern gilt eine strenge Hierarchie: Statthalter führen die Organisation auf regionaler Ebene und fühlen sich der höchsten Autoritätsstufe, dem Kopf der Organisation, in Moskau verpflichtet. Die Statthalter müssen Geld in eine Gemeinschaftskasse in Moskau abführen.

Laut Peter Koch wurden aufgrund der Anklagen der Staatsanwaltschaft Kempten neun Angeklagte wegen Bildung krimineller Vereinigungen und anderer Delikte rechtskräftig zu hohen Haftstrafen von bis zu elf Jahren verurteilt. Dass in diesem Zusammenhang gleich mehrere Verurteilungen erreicht wurden, sei selten und ein «deutschlandweit einzigartiger Erfolg», sagt Koch. Er geht davon aus, dass mittlerweile ein Großteil der Mafia-Mitglieder verhaftet ist. «Doch man kann sicher sein, dass die Mafia schnell wieder neue Mitglieder rekrutiert.»

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