Klimaschutz
Energiesparen freut den Geldbeutel - Kemptener Räte segnen Konzept ab

Kempten ist einen Schritt weiter auf dem Weg zu einer Vorzeigestadt im Klimaschutz. Wie zuvor der Umweltausschuss, hat auch der Stadtrat das Klimaschutzkonzept einstimmig abgesegnet. Zugleich sprachen sich die Räte dafür aus, die Strategien auf das Jahr 2050 auszulegen, um bis dahin den Ausstoß von Kohlendioxid weitgehend zu minimieren. Es besteht die Hoffnung, in den Kreis einiger bundesweiter Pilotstädte aufgenommen und besonders gefördert zu werden.

Erstellt wurde das Konzept durch das Energie- und Umweltzentrum Eza. Geschäftsführer Martin Sambale beleuchtete die Bereiche private Haushalte, Wirtschaft und Verkehr auf ihre Einsparmöglichkeiten hin. «Das größte Potenzial liegt im Wärmeverbrauch», betonte der Experte. Er verwies auf hohe finanzielle Anreize für Häuslebauer wie für Unternehmer, wenn sie ihre Energiekosten in Zukunft in den Griff bekommen.

Umweltbeauftragter Richard Hiepp (CSU) rief dazu auf, alle Möglichkeiten der erneuerbaren Energien verstärkt zu nutzen. In Sachen Biomasse wandte er sich gegen Pläne, in Biosphärenreservaten Gebiete ohne jegliche Bewirtschaftung auszuweisen: «Dort verrottet dann Volksvermögen.» Den Anbau von Mais zur Energiegewinnung hingegen beurteilt er positiv: Was die Sauerstoffproduktion anbelangt, sei er unschlagbar.

Angesichts der Entwicklung der Energiekosten sprach Thomas Hartmann (Grüne) vom Zwang, auf diesem Feld voranzukommen. Ingrid Vornberger (SPD) plädierte dafür, energetisch sinnvolle Bauprojekte für kinderreiche Familien mit günstigen Darlehen etwa über die Sparkasse zu fördern.

Kritische Stimmen, die er aus dem Internet zusammengestellt hatte, zitierte Dr.Dominik Spitzer (FDP). Da sei die Rede von Propaganda in Sachen globaler Erwärmung, die Polarkappen würden wieder wachsen, und der Zusammenhang zwischen Kohlendioxidausstoß und Klimawandel sei auch nicht belegt. «Es gibt auch so genannte Sachverständige, die jegliche Wirkung von Wärmedämmung leugnen», entgegnete Sambale. Der menschengemachte Klimawandel werde von den meisten Fachleuten für bewiesen erachtet. Für Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer bot sich schwäbische Denkweise dazu an: «Wenn wir sparen können, dann tun wirs.»

Als «absolutes Minimum» bezeichnete Hans Mangold (Grüne) die Pläne der Stadt. Auf einem guten Weg sah Dieter Zacherle (Freie Wähler) beispielsweise den Abfallverband ZAK mit der Fernwärmeversorgung. Dr. Philipp Jedelhauser befürchtete, dass sich nur eine sehr wohlhabende Schicht Passivhäuser leisten könne. Dem widersprach der Eza-Chef: Zwischen zwei und zwölf Prozent lägen heute die Mehrkosten für die Passivhaustechnik, wenn von Anfang an mit erfahrenen Planern zusammengearbeitet werde.

Auf Antrag von Harald Platz (CSU) wurde die Debatte, die auch weltweite Problemstellungen nicht ausließ, schließlich beendet.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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