Immenstadt
Ende der Verschwendung gefordert

«Wir sind in einer extrem kritischen Situation», sagte Professor Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender des «Bund Naturschutz in Bayern» und des «Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland» beim «Südbayerischen Naturschutztag 2009» in Immenstadt. Wege aus der Krise seien nur möglich durch einen gesellschaftlichen Dialog und durch ganzheitliche, nachhaltige Lösungen. Die Veranstaltung stand unter dem Thema «Klimaschutz - Naturschutz - Landschaftsschutz».

Im Hinblick auf die weltweit knapper werdenden Ressourcen Erdöl, Kohle und Erdgas forderte Weiger ein Ende des Verschwendungsverbrauchs, sowohl in Wirtschaft und Industrie, als auch im Privaten. Verzicht sei in allen Bereichen gefordert. Noch sei man von einer rationellen Energienutzung Lichtjahre entfernt. «Energie ist endlich. Die drastische Reduzierung beim Energieverbrauch muss Priorität haben.» Mit der Wirtschafts- und Finanzkrise, der Hunger-, Milch- und Klimakrise sei 2009 offenbar ein Jahr der Krisen, sagte Lutz Ribbe, Naturschutzpolitischer Direktor der Stiftung Euronatur in seinem Vortrag. Ribbe skizzierte die energiepolitischen Vorgaben der EU, nach denen die Emission von Treibhausgasen bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent verringert werden soll. Bis zum Jahr 2050 soll der CO2-Eintrag sogar um 60 bis 80 Prozent reduziert werden.

Mit dem «Agrodiesel» seien diese Ziele jedenfalls nicht zu erreichen, rechnete Ribbe vor. «Was wir brauchen, sind eine andere Verkehrspolitik und neue Antriebstechniken.» Für die Zukunft forderte Ribbe den Ausbau und die Nutzung der Sonnenenergie. Heimat und Umwelt zu bewahren, sei ein großes gemeinschaftliches Ziel, sagte Landrat Gebhard Kaiser. Im Oberallgäu habe man schon vor 15 Jahren den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs vorangebracht. «Wir haben die Notwendigkeiten früh erkannt.» Im Hinblick auf den Klimawandel seien Wind- und Wasserkraft heute die bedeutenden energiepolitischen Themen. «Wir müssen die Aufgaben der Zukunft lösen», sagte Kaiser. Aber dazu sei aber auch ein Konsens durch alle politischen Gruppierungen notwendig.

Begrüßt wurden die Gäste vom Vorsitzenden der BN-Kreisgruppe Kempten-Oberallgäu Björn Reichelt, vom BN-Landesbeauftragten Richard Mergner und von Zweitem Bürgermeister Thomas Wurmbäck. Nach den Vorträgen standen Exkursionen ins Felmer Moos und in den Bergwald auf dem Programm und im Schloss-Saal gab es einen Workshop, bei dem die Vormittags-Vorträge vertieft wurden.

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